Reutlingen: Im Ruhestand als Mentor den Kontakt zum Betrieb halten

Reutlingen: Im Ruhestand als Mentor den Kontakt zum Betrieb halten

Arbeitskollegen werden über die Jahre oft zu guten Bekannten. Im Ruhestand vermissen viele Rentner den Schreibtischnachbarn, die gemeinsamen Mittagspausen, die Gespräche auf dem Flur.

„Mit dem Arbeitsplatz fallen im Ruhestand oft auch die Kontakte zu den Kollegen weg”, sagt Eckart Hammer, Autor des Ratgebers „Das Beste kommt noch - Männer im Unruhestand”. Wenn es das Betriebsklima zulasse, sei es durchaus denkbar, dass man sich auch im Ruhestand weiter mit den Kollegen in der Kantine verabrede.

„Doch dieses Verhältnis ist oft sehr ambivalent”, sagt Hammer. Während der Ruheständler meint, er werde im Betrieb noch gebraucht, laufe bei den Kollegen der Alltag weiter. „Man muss schauen, ob man wirklich noch gefragt ist oder ob einem der Kontakt mehr aus Mitleid gewährt wird”, betont der Sozialpädagoge aus Reutlingen.

Manche Betriebe hätten jedoch inzwischen erkannt, dass es für beide Seiten von Vorteil ist, wenn sie Kontakt zu ihren Ruheständlern halten. „In Mentoring-Projekten oder anderen Maßnahmen werden die Senioren dort aktiv eingebunden”, sagt Hammer.

Die ehemaligen Mitarbeiter blieben in solchen Unternehmen auch weiterhin Betriebszugehörige und würden auf Ausflüge eingeladen und mit Informationen versorgt. Senioren sollten sich also erkundigen, ob die eigene Firma solche Projekte anbietet - oder sie unter Umständen selbst anregen.

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