1. Leben
  2. Familie

Ulm: Im Memory unschlagbar: Spiele für die Kleinsten

Ulm : Im Memory unschlagbar: Spiele für die Kleinsten

In solchen Momenten beginnen Erwachsene an sich zu zweifeln: Räumt der Dreikäsehoch beim Memory souverän die Spielkarten ab, verlieren sie ganz schnell die Lust auf eine neue Partie.

Um das famose Gedächtnis von Kleinkindern wissen auch die Spielehersteller und setzen bewusst auf diese Stärke. Für Drei- und Vierjährige gibt es aber auch jenseits von Memorys etliche Gesellschaftsspiele.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, schon Dreijährigen ein Spiel zu schenken. Von diesem Alter an verfügten Kinder über ein Regelverständnis, erklärt Ingetraud Palm-Walter von spiel gut, dem Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug in Ulm. Dieses Verständnis sei Voraussetzung für Gesellschaftsspiele. Natürlich dürfen die Regeln nicht kompliziert sein. Und damit die Kleinen bei der Sache bleiben, sollten die Spielpartien in etwa einer Viertelstunde vorbei sein. „Sonst dauert es zu lange für die Kinder.”

„Schnuffi Wuff” beginnt mit einer Bastelstunde. Die Kinder müssen einen Pappkreis ausschneiden und einen Zahnstocher hineinstecken - fertig ist der Kreisel. Er zeigt eine Hundefigur in unterschiedlichen Posen. Fällt der Kreisel auf eine Seite, muss das dort sitzende Kind die gezeigte Pose des Hundes nachmachen - schnüffeln, jaulen oder sich um sich selbst drehen. Dafür gibt es einen bunten Knochen. „Schnuffi wuff” aus der Edition Siebenschläfer kostet rund 12 Euro.

Beim Bellen und Schnüffeln steht der Spaß im Vordergrund. „Klaus die Maus - entdeckt das Jahr” ist dagegen eher den Lernspielen zuzuordnen. Basis ist ein Spielplan mit den Jahreszeiten. Die Mädchen und Jungen ziehen Karten mit Ereignissen und müssen sie den Jahreszeiten zuordnen. Liegen sie damit richtig, dürfen sie die Karten behalten. Das Spiel von Huch & friends richtet sich an Kinder ab vier Jahren und kostet rund 18 Euro.

Ein Gefühl für Gewichte bekommen kleine Spieler bei „Ab auf die Wippe” aus der Reihe „Die Lieben Sieben”. Ziel ist, unterschiedlich hohe Spielklötze so auf eine Wippe zu stellen, dass sie entweder nach oben oder nach unten zeigt. Der erste Spieler würfelt eine Farbe und muss einen Spielstein auf die gleichfarbige Stelle auf der Wippe legen. Soll seine Seite nach unten zeigen, wählt er idealerweise einen großen Stein für den Platz ganz hinten. Dann kommt der zweite Spieler dran und versucht, seinen Stein taktisch schlau zu setzen.

Doch das Spiel hält auch Gemeinheiten bereit. Ist ein Farbfeld bereits besetzt, wandert der dort stehende Stein nach vorne - was die Balance wieder gehörig durcheinanderbringt. „Ab auf die Wippe” vom Coppenrath Verlag richtet sich an Kinder ab drei Jahren und kostet rund 20 Euro.

Das Spiel „Kleine Magier” testet dagegen die Merkfähigkeit. Auf dem Spielfeld befinden sich große Zahnräder mit Vertiefungen, in die Spielblättchen mit Tierfiguren gelegt werden. Auf jeder Vertiefung sitzt ein Zauberhut. Die Kinder würfeln und setzen die Spielfigur auf dem Spielbrett auf eine Tierfigur. Dieses Tier müssen sie dann finden. Dafür nehmen sie den Zauberstab, halten ihn an das entsprechende Hütchen und heben es dank eines eingebauten Magnets wie mit einer Zauberhand nach oben.

Schwierig wird es, wenn der Würfel das Drehen-Zeichen zeigt. Dann werden die Zahnräder um eine Position verschoben. Die Kinder müssen sich neu merken, wo welches Tier versteckt ist. „Kleine Magier” von HABA-Habermas für Kinder ab vier Jahren kostet rund 30 Euro.

Den Hütchenspielern auf der Straße ist „Zwarte Kater” abgeguckt. Fünf farbige Holzsteinchen - Speck und Käse - werden unter schwarzen Deckeln versteckt. Der Spielleiter vertauscht die Hütchen. Danach müssen die Kinder raten, wo sich etwa der Speck befindet und ihre Holzmäuse dorthin stellen. Wer richtig liegt, bekommt ein gelbes Holzstück - Käse. Wer danebenliegt, muss einen Käsewürfel hergeben. Wie schwierig das Spiel wird, kann der Leiter selbst bestimmen - je nachdem, wie schnell und häufig er die Spielsteine vertauscht. „Zwarte Kater” für Kinder ab vier Jahren kostet rund 12 Euro.

Noch schwieriger sind die „Memocards - Suche 3 Formen”, obwohl ihre Erfinder sie schon für Kinder ab vier Jahren empfehlen. Ein Memory-Kartensatz besteht aus 20 Trilogien. Doch die zeigen nicht das gleiche Motiv, sondern bilden Formengruppen: Zusammen gehören etwa ein fotografierter Schweinerüssel, eine Steckdose und ein Knopf. Pro Runde werden drei Karten aufgedeckt.

Ob kleine Kinder tatsächlich damit klarkommen, müssen Eltern ausprobieren. „Ich würde bei Memory-Spielen am Anfang die Zahl der Karten reduzieren”, rät Palm-Walter. Erstmal könnten Kinder mit sechs oder acht Paaren loslegen. Wichtig sei, dass sich die gezeigten Motive deutlich unterscheiden. Sonst wird es zu schwierig. Genau darin könnte das Problem der Memocards liegen. Das Spiel von pixelproducts kosten rund 16 Euro.

Die Alterskennzeichnung

Die Altersangaben auf Gesellschaftsspielen nehmen die Hersteller selbstverantwortlich vor, erklärt Bernward Thole vom Deutschen Spiele-Archiv in Marburg. Damit unterscheiden sich die Angaben von den Alterskennzeichnungen auf Computer- und Konsolenspielen. Diese sind Resultat einer herstellerunabhängigen Prüfung. Bei Gesellschaftsspielen gibt es untere Altersbegrenzungen („ab drei Jahren”) oder obere („bis fünf Jahre”). Diese Angaben könnten aber nur eine grobe Orientierung bieten.