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Aachen: Glücks-Lehrerin: Kinder brauchen soziale Beziehungen zum Glück

Aachen : Glücks-Lehrerin: Kinder brauchen soziale Beziehungen zum Glück

Um glücklich zu sein, brauchen Kinder gute soziale Beziehungen: Das meint eine Aachener Schulleiterin, an deren Schule es für Grundschulkinder Förderunterricht in Glück gibt. Im alltäglichen Stress und Leistungsdruck gehe das Zwischenmenschliche stark verloren, sagte die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Aachen-Oberforstbach, Maria Schiefer, im Gespräch in Aachen.

„Die Eltern und Kinder kommen spät nach Hause. Man ist fertig, man ist gestresst”, sagte Schiefer. Über Erlebnisse des Tages tausche man sich häufig nicht mehr aus.

„Kinder haben Handy, Computer, einen Fernseher, aber das Materielle macht nicht Glücklichsein oder Zufriedenheit aus”, sagte Schiefer. Viel wichtiger ist der Schulleiterin zufolge, dass sich etwa Eltern mit den Kindern einen Film anschauen oder - noch besser - ein Buch lesen.

Seit 2008 wird an Schiefers Schule Glück im Förderunterricht angeboten. Bundesweit gibt es rund 30 „Glück-Schulen”, die nach dem Konzept des Heidelberger Pädagogen Ernst Fritz-Schubert arbeiten. Mit Tanz, Bewegung und körperlichem Ausdruck werde die Persönlichkeit des Kindes gefördert. „Sie spüren das Miteinander. Das ist wichtig, um für sich selbst eine Position zu finden”, sagte die Glücks-Lehrerin.

Eine Unicef-Studie hatte unlängst festgestellt, dass deutsche Kinder im internationalen Glücks-Ranking deutlich abgefallen sind. Demnach bewertet jeder siebte Jugendliche seine Lebenssituation als mäßig bis negativ.

Glückliche Kinder erkenne man daran, dass sie gut mit anderen Kindern auskämen und sich in ihrer Umgebung sicher und wohlfühlten. Glückliche Kinder verstehen demnach auch, dass sie nicht alles bekommen, was sie wollen. „Wenn sie das verstanden haben, ist ein Grundbestand an Glück, an Zufriedenheit da”, sagte Schiefer.