Düsseldorf: Frauen arbeiten häufiger kurz

Düsseldorf: Frauen arbeiten häufiger kurz

Frauen sind zwar häufiger berufstätig als vor 20 Jahren, haben aber öfter Teilzeitjobs mit niedrigen Wochenarbeitszeiten.

Im Jahr 2010 waren erwerbstätige Frauen im Durchschnitt 30,6 Stunden pro Woche beschäftigt und damit 9,5 Stunden weniger als männliche Erwerbstätige, wie aus einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Düsseldorfer Hans-Böckler-Stiftung hervor geht. Der Anteil der Frauen mit sehr kurzen Teilzeitjobs (weniger als 15 Wochenstunden) sei im gleichen Zeitraum von 5,8 auf 13,9 Prozent gestiegen, während die Quote bei den Männern lediglich von 0,7 Prozent auf 3,8 Prozent zugenommen habe.

Damit hätten sich die Arbeitszeiten in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten „deutlich polarisiert”, stellt das WSI fest: Einerseits seien lange Arbeitszeiten von mindestens 41 Wochenstunden verbreiteter als Anfang der 1990er Jahre, andererseits gelte dies auch für sehr kurze Arbeitszeiten von weniger als 15 Stunden. Da von sehr langen Arbeitszeiten vor allem Männer, von sehr kurzen hingegen ganz überwiegend Frauen betroffen seien, habe diese Entwicklung die Arbeitszeit-Schere zwischen den Geschlechtern weiter geöffnet, betonen die Wissenschaftler.

Weitere statistische Informationen zur Berufstätigkeit von Männern und Frauen liefert das neu gestartete „GenderDatenPortal” des WSI. Derzeit umfasse die Datenbank die Themenbereichen Entgelt, Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Führungspositionen. In den kommenden Monaten soll das Portal erweitert werden.