Limburg: Färben, Umnähen, Ausstellen: Das Brautkleid weiterverwenden

Limburg: Färben, Umnähen, Ausstellen: Das Brautkleid weiterverwenden

Wie heißt es so schön: Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid. Doch das hat das meist sehr teure Kleid nicht verdient: „Oft ist das Schicksal eines Brautkleides das, dass es ewig als Erinnerung an den Tag im Kleidersack in einem Schrank hängt und viel Platz wegnimmt”, sagte Tina Ries, Vizevorsitzende des Bundes der deutschen Hochzeitsplaner. Dabei lasse sich damit noch etwas anstellen.

Ein Brautkleid kann eine Frau etwa in ein trendiges Abendkleid umnähen, zum Cocktailkleid kürzen oder einfärben lassen. „Man kann bei den meisten Kleider verschiedene Stofflagen oder Unterröcke herausnehmen, so dass das Ganze an Volumen verliert”, rät die Inhaberin eines Brautmodengeschäftes in Limburg (Hessen).

Grundsätzlich sollte man solche Änderungen aber mit einer Schneiderin besprechen und diese dann auch mit der Nähmaschine ranlassen. Je nach Ausmaß der Änderung koste das ab 100 Euro.

Auch beim Einfärben einer so aufwendigen Klamotte aus mehreren Materialien wie dem Brautkleid muss der Profi ran: „Ich rate ab, das Kleid zu Hause in die Waschmaschine zu stecken und dort zu färben”, sagt Ries.

Auch die Brautschuhe können einen neuen Farbton erhalten. „Es bietet sich an, einen Satinschuh in Creme, Weiß oder Elfenbein zu kaufen”, empfiehlt Ries. „Es ist ja oft schwierig, einen schicken Schuh von der Stange zu finden, der genau zu einem Ton passt. Mit dem Einfärben weißer Schuhe kann man eine Punktlandung hinlegen.” In die Wäscherei, die den Schuh färben soll, müsse man nur eine Stoffprobe des Kleides bringen.

Vom Brautkleid zum Taufkleid

Aus dem Hochzeitsoutfit lässt sich aber noch mehr machen: „Manche Bräute lassen das Kleid zum Taufkleid umschneidern, wenn das erste Kind auf die Welt kommt.” Andere kaufen sich eine Kleiderpuppe und stellen das schöne Kleid im Schlafzimmer auf - „damit man es jeden Tag vor Augen hat und sich daran erfreut”, sagte die Brautkleidexpertin.

Da das aber nicht jedermanns Einrichtungsgeschmack oder vielen die Weiterverarbeitung zu aufwendig sei, nehmen sich die meisten Bräute in spe beim Kleiderkauf vor, das Stück weiterzuverkaufen. Oder sie leihen sich nur ein Brautkleid aus. Dazu rät Ries aber nur bedingt: „Wenn die Braut die erste Braut ist, die das Kleid trägt, kann das noch eine interessante Sache sein. Denn das Leihen kostet 60 Prozent eines Neupreises.”

Doch ein mietbares Kleid wird von mehreren Bräuten getragen. „Es muss jedes Mal abgeändert und gereinigt werden, es können bestimmt auch mal Perlchen abgehen oder es kann Flecken haben, die die Braut davor bei der Reinigung nicht herausbekommen hat.” Eine Alternative sei der Kauf von Kleidern aus der Vorsaison, die bis zu 40 Prozent günstiger sein können - und dazu ungetragen. „Ein Kleid aus dem Jahr zuvor ist nicht weniger aktuell, zum einen zum anderen Jahr verändert sich in der Brautmode nicht so viel.”

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