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Schmitten: Experte: Eltern zunehmend von Computerspielsucht betroffen

Schmitten : Experte: Eltern zunehmend von Computerspielsucht betroffen

Immer mehr Eltern entwickeln nach den Erkenntnissen des Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Ralf Thalemann eine Computerspielsucht.

Sie verbrächten oft Tage und Nächte in virtuellen Welten und vernachlässigten sich und ihre Kinder, sagte Thalemann am Mittwochabend in Schmitten im Taunus bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Arnoldshain.

Die Zahl der jugendlichen „pathologischen” Spieler liege konstant bei unter neun Prozent, sagte Thalemann weiter. Exzessive Spieler seien zumeist ängstlich und einsam, oft auch depressiv. Mit dem Eintauchen in Spiele wie „World of Warcraft” versuchten sie ihre Probleme zu verdrängen. In den Computerspielgemeinden fänden sie das, was sie im wirklichen Leben entbehren müssten: Anerkennung, Orientierung, Bindung und Kontrolle.

Da Jungen oft Einzelgänger seien, seien sie stärker betroffen als Mädchen, die hervorragend „soziale Bündnisse” schmieden könnten, so der Experte. Thalemann riet Eltern, Lehrern und Therapeuten dazu, Süchtigen nicht mit Ablehnung zu begegnen, sondern deren Fähigkeiten anzuerkennen und ihnen Alternativen zum Computerspiel anzubieten, etwa Sportkurse oder andere Freizeitaktivitäten.