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Mainz: Ewig lockt das Weib - aber wie am besten?

Mainz : Ewig lockt das Weib - aber wie am besten?

Und ewig lockt das Weib. Aber wie kann eine Frau genau den Auserwählten verführen? Ob auf der Suche nach einem One-Night-Stand oder der ewigen Liebe: Am Anfang steht immer flirten und kennenlernen. Für viele weibliche Singles eine oft schwer überwindbare Hürde.

Dabei ist es nach den Erfahrungen von Expertinnen gar nicht schwer, mit Männern anzubändeln. Die wichtigsten Grundregeln lauten: lächeln, selbstbewusst auftreten, sich hübsch machen und - am wichtigsten - nicht verkrampfen.

„Als erstes sollte man indirekte Flirtsignale senden”, rät Leila Bust, Paartherapeutin in Dortmund. Das bedeutet Blickkontakt, anlächeln und beispielsweise in einer Kneipe unauffällig zwei-, dreimal vorbeigehen. „Dabei kann man sich den Mann auch gleich aus der Nähe anschauen.”

Fällt das Urteil weiter positiv aus, sollte Frau sich zu einem „opener” durchringen, also einer lockeren Bemerkung oder Frage. „Das ist ganz von der Situation abhängig. Das kann ein neckischer Kommentar zum Raum sein oder zu einem Getränk.” Hat der Angeflirtete Interesse, entwickelt sich dann meist von allein ein Gespräch.

„Frauen sollten Selbstbewusstsein zeigen - aber auch ihre Weiblichkeit”, rät die Moderatorin und Autorin Judith Alwin aus Hamburg. Dabei dürften Single-Frauen nicht auf Teufel komm raus einen Partner suchen - das schreckt eher ab. Und sie sollten auf gar keinen Fall mit einem festen Beuteschema auf Männerjagd gehen, denn so könnten viele gute Gelegenheit unerkannt bleiben. „Singles sollten nicht auf den einen Mr. Right warten, der alle Erwartungen erfüllt”, sagt Alwin. „Oft steckt ja viel in einem Menschen, was man nicht sofort sieht.”

Viel besser ist es „ergebnisoffen” zu flirten und zum Üben viele Gelegenheiten zu nutzen, wo es nicht vorrangig um die Partnersuche geht - etwa an der Supermarktkasse oder beim Bäcker. „Betrachten Sie flirten als ein unverbindliches Spiel, nehmen Sie es nicht bierernst”, sagt auch Bust. Dies sollte man sich auch immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn das passiert, was leider oft passiert: „Gefällt mir jemand so richtig, dann ist es mit Humor und Leichtigkeit vorbei.”

Wer sich traut, der sollte allein ausgehen in ein Lokal oder eine Bar, wo man mit Männern ins Gespräch kommen kann. „Dabei ergibt sich unter der Woche meist eher mal die Gelegenheit, als bei einer überfüllten Wochenendparty”, rät Expertin Alwin.

Wer in „freier Wildbahn” gehemmt ist, für den ist das Internet eine gute Alternative für die Kontaktaufnahme. Aber spätestens beim ersten Date greifen alle Flirtregeln, die schon im Nicht-Comupter-Zeitalter galten. Und spätestens dann zählt das Aussehen.

Für die erfolgreiche Kontaktaufnahme sind eine gepflegte Aufmachung und gute Kleidung überaus wichtig. Will man die Aufmerksamkeit der Männer erregen, dann muss man auch was für sich tun, betont Alwin: „Das ist wie beim Gebrauchtwagenmarkt, die schön polierten gehen zuerst weg.”

Dabei ist das richtige Gleichgewicht zwischen weiblich-verführerisch, aber nicht zu aufreizend gefragt - die Experten nennen dies die 40-Prozent-Regel. „Die besagt, dass Frau nicht mehr als 40 Prozent ihrer Haut unbedeckt haben sollte”, erklärt Alwin - zumindest bei einem (seriösen) ersten Date. Mit klug gewählter Kleidung können Frauen kleine Schwächen kaschieren und die Schokoladenseite betonen.

Zwar variieren die Reize bei der Partnersuche in den unterschiedlichen Kulturen - aber eines haben sie alle gemeinsam: Frauen locken Männer mit ihrer Weiblichkeit. „Der Flirt zwischen den Geschlechtern funktioniert auf Signalwirkungen”, erklärt die habilitierte Kulturwissenschaftlerin und Buchautorin Ingelore Ebberfeld in Bremen. „Also vor allem Busen, Hüften, Beine oder der Po.”

Dass sie auf solche - vermeintlich „billigen” - Reize reagieren, das mögen viele Männer vielleicht abstreiten, verhindern können sie es nur schlecht. Denn hinter der Anziehung steckt schlicht die Biologie: Eine wohlgeformte Frau steht für eine gute Fortpflanzungsfähigkeit, wie Ebberfeld in ihrem Buch „Blondinen bevorzugt” erklärt.

Natürlich bedeutet dies nicht, dass hinter jedem Disco-Flirt ein Kinderwunsch steckt, aber es erklärt, warum Männer bestimmte Dinge attraktiv finden. „Hohe Schuhe zum Beispiel. Dadurch wird die ganze Körperhaltung verändert, hin zum Weiblichen”, erklärt Ebberfeld. Nicht nur, dass Brüste und Po besser zur Geltung kommen - „Frauen tippeln mehr, und kleine Schritte bedeuten Jugendlichkeit”, das A und O in Fragen der Attraktivität. In diese Schublade gehören auch reine Haut, keine Falten und glänzendes Haar.

„Frauen putzen sich heraus, zwängen sich in unbequeme Kleidung und legen sich unters Messer, um attraktiver zu sein”, zählt die Wissenschaftlerin auf. Die Behauptung „Ich mache das nur für mich” sei schlicht vorgeschoben. Frauen täten alles, um von Männern beachtet zu werden.

„Getrieben vom Begehren, begehrt zu werden, machen sie sich zum Objekt der Begierde.” Das funktioniere überall auf der Welt und seit Jahrhunderten wunderbar. Denn die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert, schreibt Ebberfeld.