Dresden/Hamburg: Erste eigene Wohnung: Finanzielle und rechtliche Tücken

Dresden/Hamburg: Erste eigene Wohnung: Finanzielle und rechtliche Tücken

Der Einzug in die erste eigene Wohnung ist für viele junge Leute ein tiefer Einschnitt in ihrem Leben.

Doch was bei der Suche und Anmietung des neuen Zuhauses beachtet werden muss, lernen sie nicht in der Schule. Dabei gibt es viel zu beachten, damit der Schritt in die Selbstständigkeit nicht zum finanziellen Fiasko wird.

Der Mieterverein Dresden rät, sich vorab klare Vorstellungen über die neue Wohnung zu machen. Das Wichtigste dabei ist, sich ein Preislimit zu setzen. Eine Traumwohnung in bester Lage ist für die meisten jungen Leute nicht bezahlbar. Als Faustregel gilt, dass maximal 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für das Wohnen aufgewendet werden sollten. Dazu zählen neben der Kaltmiete auch Nebenkosten und eventuelle zusätzliche Kosten, etwa für einen Kabelanschluss.

Die Mietinteressenten sollten überlegen, worauf sie verzichten können. Vielleicht muss die erste Wohnung nicht unbedingt Balkon, Teppichboden und eine Einbauküche haben. Jedes Extra wirkt sich auf den Mietpreis aus.

Wichtig ist auch die Größe der Wohnung. Dabei kommt es nach Ansicht des Dresdner Mietervereins weniger auf die Quadratmeterfläche als auf die Anzahl der Zimmer und deren Schnitt an.

Viele Auszubildende und Studenten wollen in einer Wohngemeinschaft leben. Ein WG-Zimmer ist meist günstiger als eine ganze Wohnung. Sollen mehrere Mieter in eine Wohnung einziehen, ist immer das schriftliche Einverständnis des Vermieters nötig. Das trifft zu, wenn alle gleichberechtigte Mieter sind und auch dann, wenn ein Hauptmieter an mehrere Untermieter vermieten will.

Wer einer bestehenden Wohngemeinschaft als Mitmieter beitreten möchte, sollte bedenken, dass er damit möglicherweise für ältere Verbindlichkeiten der WG mithaftet, etwa für Nebenkostennachforderungen, informiert der Mieterverein Hamburg. Ist die passende Wohnung gefunden, muss der Mietvertrag unterschrieben werden. Vorher steht meist ein Gespräch mit dem Vermieter an, der sich über den neuen Bewohner informieren will. Dann wird dem Mieter ein Fragebogen zur Selbstauskunft vorgelegt.

Der Mieterverein zu Hamburg rät dringend, alle Fragen nach der Person des Bewerbers und aller mit einziehenden Bewohner wahrheitsgemäß zu beantworten. Vor allem die Einkommenssituation sollte realistisch dargestellt werden, sonst kann der Vermieter den Vertrag unter Umständen fristlos kündigen. Falsche Angaben zum Einkommen brachten zum Beispiel einen Sozialempfänger um seine Wohnung. Er hatte bei Abschluss des Mietvertrages die ausdrückliche Frage des Vermieters, Designer zu sein und gut zu verdienen, bejaht. Da das jedoch nicht zutraf, focht der Vermieter den Mietvertrag erfolgreich an (AG Saarlouis, AZ: 29 C 739/99).

Allerdings brauchen Fragen nach Grundbesitz, Wertpapieren und anderem Vermögen nicht beantwortet zu werden. Auch alte, längst getilgte Schulden gehen den Vermieter nichts an, so der Mieterverein zu Hamburg. Unzulässig sind auch Fragen des Vermieters nach dem Arbeitgeber sowie nach Dauer und Bestand der Arbeitsverhältnisse. Das entschied das Amtsgericht Rendsburg (AZ: 3 C 241/90). Eine Auskunft über einen eventuellen Zahlungsrückstand beim vorherigen Vermieter ist dagegen zulässig, ebenso wie die Information über eine eidesstattliche Versicherung (LG Wuppertal, AZ: 16 S 149/98).

Vor dem Einzug in die neue Wohnung ist eine Kaution fällig, in der Regel in Höhe von drei Monatskaltmieten. Sie wird meist auf einem Sparbuch angelegt, aber auch Bankbürgschaften und Barzahlungen sind üblich. Junge Mieter sollten versuchen, Ratenzahlungen zu vereinbaren. Zulässig sind drei gleiche Einzelbeträge, beginnend mit dem Start des Mietverhältnisses. Manche Vermieter verlangen statt der Kaution eine Bürgschaft der Eltern. Die haften dann auch für maximal drei Monatsmieten.