Berlin: Eltern lehnen Berufswunsch ab: So gehen Kinder trotzdem ihren Weg

Berlin : Eltern lehnen Berufswunsch ab: So gehen Kinder trotzdem ihren Weg

Mama Ärztin, Papa Arzt - und die Tochter will Goldschmiedin werden. Weicht die angestrebte Berufslaufbahn stark von der der Eltern ab, sorgt das schnell für Streit. Viele Eltern akzeptieren nicht, dass der Nachwuchs einen anderen Weg geht. „Man kann in solchen Fällen nur versuchen, die Familie mitzunehmen”, sagt Katja Urbatsch.

Sie ist Gründerin der Initiative Arbeiterkind. Diese unterstützt Kinder, die als Erste in ihrer Familie an die Uni gehen und gegen Widerstände in der Familie ankämpfen. So könnte es gehen:

- Erklären, erklären, erklären: Jugendliche sollten ihre Eltern immer wieder an ihren Gedanken zur Berufswahl teilhaben lassen. Warum denken sie, dass dieser Beruf der richtige für sie ist? Stimmt der Eindruck, den die Eltern von diesem Beruf haben? Was ist bei der eigenen Recherche herausgekommen? Durch gute Argumente lassen sich Eltern möglicherweise überzeugen.

- Mitnehmen zur Bildungsmesse: Steht eine Bildungsmesse an, sollten Jugendliche ihre Eltern mitnehmen. Das Gleiche gilt bei einem Termin mit einem Berufsberater. So haben die Eltern die Möglichkeit, nicht nur die Argumente der Kinder, sondern auch die von Dritten zu hören. Das kann sie ebenfalls überzeugen.

- Unterstützung von außen suchen: Letztendlich werden sich viele Eltern nur schwer von ihrer Meinung abbringen lassen. In den seltensten Fällen werden sie sagen: „Mach das doch! Wir finden das gut.” Jugendliche sollten sich deshalb auch Unterstützung von außen suchen. Das können andere Akademikerkinder aus ihrer Klasse sein, die ebenfalls eine Ausbildung machen wollen - oder eben umgekehrt: andere Arbeiterkinder, die als Erste an die Uni gehen.

(dpa)
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