Koblenz: Eltern haften nicht automatisch für ihre Kinder

Koblenz: Eltern haften nicht automatisch für ihre Kinder

Wenn ein fünf Jahre alter Radfahrer einen Fußgänger auf dem Bürgersteig umfährt, haften nicht automatisch die Eltern. Das entschied das Oberlandesgericht Koblenz (Aktenzeichen: 5 U 433/11).

In dem Fall war eine 76-Jährige von dem Jungen angefahren worden, der Sohn der Frau verklagte die Eltern auf Schadenersatz, da die Frau bei dem Unfall einen dauerhaften Schaden am Bein davontrug.

Das Oberlandesgericht aber wies den Anspruch ab, weil es keine Aufsichtspflichtverletzung der Eltern erkannte. Zwar sei das Kind im Moment des Unfalls unbeaufsichtigt unterwegs gewesen. Der Unfall wäre nach Meinung des Gerichts aber auch dann passiert, wenn ein Erwachsener dabei gewesen wäre. Zudem habe der Junge die Gegend bestens gekannt und sich entsprechend den Regeln der Straßenverkehrsordnung verhalten, so dass die Richter insgesamt kein Verschulden erkennen konnten, das eine Schadenersatzpflicht hätte auslösen können.

Mehr von Aachener Zeitung