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Berlin: Deutsche sorgen wegen Finanzkrise weniger fürs Alter vor

Berlin : Deutsche sorgen wegen Finanzkrise weniger fürs Alter vor

Die Wirtschaftskrise wirkt sich offenbar auf die Einstellung der Deutschen zur privaten Altersvorsorge aus. Einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie der Postbank zufolge haben gut 17 Prozent aller Berufstätigen aufgrund der Krise ihre private Altersvorsorge aufgelöst oder reduziert.

Es bestünde die Gefahr, dass aus der Finanz- und Wirtschaftskrise eine Krise der Altersvorsorge werde, sagte Michael Meyer, Vorstandsmitglied der Postbank.

53 Prozent der vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank Befragten hätten angegeben, ihre Vorsorge nicht verstärken zu wollen. Rund 31 Prozent der Berufstätigen sagten zur Begründung, sie hätten das Vertrauen in Informationen zur privaten Altersvorsorge verloren. 32 Prozent seien unsicher, welche Anlageformen noch Sinn machten. Gleichzeitig gingen jedoch 45 Prozent der Berufstätigen davon aus, durch die Krise bereits Einbußen bei der gesetzlichen Rente erlitten zu haben, sagte Meyer.

Besonders unter jungen Berufstätigen bis 29 Jahre sei die Tendenz ausgeprägt, sich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen, fügte Meyer hinzu. Während im Vorjahr noch 31 Prozent dieser Gruppe angegeben hätten, über einen Riester-Vertrag zu verfügen, sei der Wert 2009 auf 28 Prozent gesunken.

Lediglich das Eigenheim als Maßnahme zur privaten Altersvorsorge genieße noch Vertrauen. Rund 63 Prozent der Berufstätigen betrachten der Studie zufolge die eigenen vier Wände als sichere Altersvorsorge. Fast die Hälfte aller Befragten gab zugleich an, noch nie vom sogenannten Wohn-Riester gehört zu haben, das erlaubt, Leistungen aus Riester-Verträgen zur Finanzierung von Wohneigentum zu verwenden. Um die Akzeptanz der privaten Altersvorsorge zu erhöhen, müssten Modelle wie das Wohn-Riester transparenter und verständlicher gestaltet werden, forderte Meyer.