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Hamburg: Den eigenen Nachwuchs schützen: Versicherungen für Kinderinvalidität

Hamburg : Den eigenen Nachwuchs schützen: Versicherungen für Kinderinvalidität

An Kinderinvalidität mag niemand denken, denn niemand kann sich vorstellen, dass sein Kind durch einen Unfall oder eine Krankheit lebenslang krank wird und hilfsbedürftig bleibt.

Trotzdem wird bei Tausenden Kindern jährlich eine Invalidität festgestellt. Damit ist das behinderte Kind lebenslang auf finanzielle Unterstützung angewiesen, denn die staatlichen Leistungen sind dürftig.

Eine spezielle Versicherung hilft bei Kinderinvalidität außerdem, zusätzliche Kosten abzufangen, beispielsweise für den behindertengerechten Umbau, ein größeres Auto, zusätzliche Pflege und Betreuung oder Hilfsmittel, die die Krankenkasse nicht zahlt. Aber nicht nur im Kindesalter ist eine Kinderinvaliditätsversicherung im Ernstfall eine große finanzielle Unterstützung. Bei Kinderinvalidität ist die Versicherung auch im Erwachsenenalter noch hilfreich. Denn sie zahlt nicht nur in jungen Jahren, sondern bei entsprechender Vertragsgestaltung auch im Erwachsenenalter weiter die lebenslange monatliche Rente, um eine zusätzliche Einnahmequelle des behinderten Kindes sicherzustellen.

Die Police gibt es in verschiedenen Varianten. Manche Policen zahlen eine einmalige Summe im Falle der Kinderinvalidität. Andere Versicherer zahlen bei Kinderinvalidität eine monatliche Rente. Und eine andere wiederum kombiniert beides und leistet bei Kinderinvalidität neben der Einmalzahlung eine monatliche Rente. Im Idealfall kombinieren Eltern beide Modelle - Rentenzahlung und Einmalleistung bei Kinderinvalidität -, da sie zum einen lebenslang finanzielle Sicherheit für den Nachwuchs haben, zum anderen aber auch bei Eintritt der Kinderinvalidität notwendige Anschaffungen tätigen können.

Wichtig ist natürlich die Frage, wann die Versicherung zahlen muss. In der Regel sehen die Bedingungen vor, dass die vereinbarte Leistung bei Kinderinvalidität ab einem Grad der Behinderung von 50 gezahlt wird. Vorsicht, wenn die Zahlung der Versicherung an andere Bedingungen wie etwa die Schulfähigkeit geknüpft wird. Problematisch können auch Leistungsausschlüsse werden. Zwar dürfen Versicherer bei einer Kinderinvaliditätsversicherung die Leistungen bei angeborenen Krankheiten nicht mehr ganz ausschließen, aber auch andere Krankheiten wie Neurosen, Psychosen, oder Verhaltensstörungen werden vom Schutz der Kinderinvaliditätsversicherung oft nicht mitumfasst.

Weniger sinnvoll zur Absicherung des Invaliditätsrisikos ist eine Unfallversicherung. Sie zahlt zwar ebenfalls eine einmalige Abfindung oder Rente, wenn das Kind nach einem Unfall auf Hilfe angewiesen ist - aber eben auch nur nach einem Unfall. Bei einer lebenslangen Beeinträchtigung durch eine Krankheit dagegen ist die Unfallversicherung nichts zu Leistungen verpflichtet. Und dazu sollten Eltern wissen, dass Krankheiten weit häufiger die Ursache für Invalidität sind als Unfälle.

Ebenfalls nicht sinnvoll sind Kinderinvaliditätsversicherungen, die nur zusammen mit einem Altersvorsorgeprodukt wie einer Kapitallebensversicherung abgeschlossen werden können. Wer für sein Kind Kapital aufbauen will, sollte das mit einem kostenneutralen Banksparplan tun und nicht mit teuren Kapitalpolicen.

Sinnvoller dagegen sind Invaliditätsversicherungen, die nach dem Kindesalter in Berufsunfähigkeitsversicherungen umgewandelt werden. Ein Plus, weil viele Erwachsene durch Vorerkrankungen keinen Berufsunfähigkeitsschutz bekommen. Allerdings sind die Leistungen solcher Policen für Kinder oft im Ernstfall nicht ausreichend, weil die Leistungen an sehr viele Voraussetzungen geknüpft sind.