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Frankfurt/Main: Böse Überraschung zu Neujahr: Wer für Feuerwerksschäden haftet

Frankfurt/Main : Böse Überraschung zu Neujahr: Wer für Feuerwerksschäden haftet

Schon direkt nach Weihnachten böllern die Ersten los. Zumeist Jugendliche lassen es krachen und blitzen. Doch was den einen Spaß bereitet, wird für andere rasch zum Verdruss.

Etwa dann, wenn Chinaböller oder Knallfrösche das eigene Auto beschädigen. Und das scheint nicht selten vorzukommen. Rund 38 Millionen Euro zahlen die Deutschen Versicherer jedes Jahr für Schäden durch brennende Adventskränze, Weihnachtsbäume und - verunglückte Silvesterknaller.

Doch Albrecht Trautzburg vom Automobilclub AvD in Frankfurt gibt Entwarnung: „Die Karosserie eines Personenwagens ist durch handelsübliche Silvesterraketen kaum gefährdet. Wenn Reste oder ausgebrannte Raketen auf die Autos fallen, sind keine größeren Beschädigungen zu befürchten. Auch, dass das Auto Feuer fängt, ist im Grunde ausgeschlossen.”

Werden die Kracher jedoch aus kurzer Entfernung auf ein Auto oder in das Innere des Pkw geworfen, können sehr wohl größere Schäden an Lack, Scheiben oder Inneneinrichtung entstehen.

„Wenn der Täter in der Nacht unerkannt entkommen ist, hilft nur die eigene Teilkaskoversicherung, um den Brand- oder Explosionsschaden bezahlt zu bekommen. Einen negativen Einfluss auf den Schadensfreiheitsrabatt hat dieses Unglück auf jeden Fall nicht.

Ist der Täter bekannt oder hat er sich reumütig gemeldet, so macht dessen private Haftpflichtversicherung den angerichteten Schaden wieder gut, sofern er eine solche besitzt”, stellt Maximilian Maurer vom ADAC klar. Bei einem unbekannten Täter sei es aber auf jeden Fall sinnvoll, den angerichteten Schaden vor dem Gang zur Versicherung der Polizei anzuzeigen.

Auf frischer Tat ertappt, haftet der Verursacher in jedem Fall für den entstandenen Schaden, und seine Privathaftpflichtversicherung muss die Reparaturkosten begleichen - aber nur dann, wenn der Schaden nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde.

„Ein wenig komplizierter ist die Rechtslage, wenn Kinder mit Böllern gespielt und Schäden angerichtet haben”, weiß AvD-Mann Trautzburg: „Ein Kind unter sieben Jahren haftet grundsätzlich nicht für Schäden, die es anrichtet. Wenn jedoch die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, wird der Schaden von der Familien-Haftpflichtversicherung beglichen.”

Grundsätzlich sollten Autobesitzer Böller, Kracher und Co. einkalkulieren und „nicht dort parken, wo erwartungsgemäß mit viel Knallerei zu rechnen ist, also eher abseits der Straßen, in Höfen oder Unterständen”, legt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten Autobesitzern ans Herz. Das schütze den Wagen auch vor alkoholisierten Vandalen, die in der Neujahrsnacht gerne mal fremde Fahrzeuge demolierten.

Wer an Silvester zu fortgeschrittener Stunde noch mit dem Auto unterwegs ist, sollte ebenfalls etwas Vorsorge walten lassen: „Langsam fahren”, mahnt Maximilian Maurer, „Fenster geschlossen halten, Feuerwerkern ausweichen und nötigenfalls anhalten”. Das Durchfahren eines Privatfeuerwerks provoziere Attacken auf das Auto - daran sollten auch Taxifahrer denken.

Zu der silvesterlichen Antischaden-Strategie zählt darüber hinaus der verantwortungsbewusste Umgang mit Alkohol. Wie stets wird die Polizei Überstunden schieben und massiv kontrollieren. Zu Recht, denn mit Alkohol im Blut ist man nicht mehr verkehrstauglich und gefährdet sich und andere.

Deshalb gilt: Wer Auto fährt, darf nicht trinken - selbst wenn noch 0,5 Promille straffrei ausgehen können. Vor einem „Herantrinken” an diese Grenze warnt AvD-Verkehrssoziologe Alfred Fuhr: „Das schlägt immer fehl, und viele sogenannte Atemtestgeräte liefern falsche Werte.”