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Haigerloch: Beim Stillen in der Öffentlichkeit diskret vorgehen

Haigerloch : Beim Stillen in der Öffentlichkeit diskret vorgehen

Hungrige Babys warten nicht gerne. Dass Mama gerade im Straßencafé sitzt und sich andere Gäste vom Anblick einer stillenden Frau gestört fühlen könnten, interessiert die Kleinen wenig.

„Jede Mutter muss für sich selbst entscheiden, ob sie in der Öffentlichkeit stillen möchte oder nicht. Aber man sollte dabei auf jeden Fall auf die Empfindungen anderer Menschen Rücksicht nehmen”, betont Etikette-Trainerin Kristin Koschani-Bongers aus dem baden-württembergischen Haigerloch.

Stillen sei zwar etwas Natürliches - aber es sei eben auch ein intimer Vorgang. Vor allem die dabei entblößte Brust empfänden viele Menschen doch eher als störend. „Der Anblick dieses doch sehr intimen Körperbereichs verletzt ihr Schamgefühl, und sie müssen unwillkürlich an etwas teilhaben, was sie nicht unbedingt sehen möchten”, sagt Koschani-Bongers.

Am besten sei es daher, sich zum Stillen zurückzuziehen. Auch für das Kind sei es angenehmer, in einer ruhigen Umgebung zu trinken. „Man kann das Baby zwar auf der Toilette oder in einer Umkleidekabine stillen - doch das ist nicht jedermanns Sache. Aber in vielen Restaurants, Kaufhäusern und Shopping-Centern gibt es separate, schön gestaltete Räume zum Wickeln und Stillen der Babys”, sagt Koschani-Bongers. Alternativ könne man auch fragen, ob es irgendwo ein ruhiges Plätzchen gibt, an das sich Mutter und Kind zurückziehen können - beispielsweise in das Büro des Lokals.

Stillende müssten sich also überhaupt nicht mit ihren Kindern zu Hause verkriechen. „Wichtig ist nur, dass man so zurückhaltend wie möglich vorgeht”, sagt Koschani-Bongers. So könne man sich in der Öffentlichkeit beim Stillen ein Tuch über die Schulter legen, das die Brust und das Kind bedeckt, und sich zudem etwas zur Seite drehen, um den Blicken anderer auszuweichen. „Ich empfehle außerdem, eventuelle Begleitpersonen zu fragen, ob sie etwas dagegen haben, dass man das Kind vor ihnen stillt”, sagt Koschani-Bongers. Auch bei Einladungen im privaten Kreis sollte man zuerst die Gastgeber fragen.