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Saarbrücken: Beim Familienrat gemeinsame Regeln besprechen

Saarbrücken : Beim Familienrat gemeinsame Regeln besprechen

Niemand lässt sich gerne etwas vorschreiben. Auch Kinder liegen mit ihren Eltern oft im Dauerclinch, weil sie mit deren Anordnungen nicht einverstanden sind.

„Wenn Kinder die Regeln innerhalb der Familie zu einem gewissen Grad mitbestimmen können, sind sie motivierter, diese auch einzuhalten”, sagt die Erziehungsberaterin und Buchautorin Dorothee Lappehsen-Lengler aus Saarbrücken. Sie empfiehlt Eltern daher, regelmäßig einen Familienrat einzuberufen, bei dem sich Erwachsene und Kinder zusammensetzen und den Umgang innerhalb der Familie gemeinsam festlegen.

In gemütlicher Atmosphäre, vielleicht bei Kakao und Keksen, dürfe dann jeder seine Meinung zu den Themen sagen, die momentan der Diskussion bedürfen. „Erst einmal blickt man kurz auf die Zeit seit der letzten Besprechung zurück. Dabei sollte man auf jeden Fall auch die Sachen erwähnen, die gut gelaufen sind”, sagt Lappehsen-Lengler.

Danach könne man beispielsweise über Konflikte sprechen, die sich immer wiederholten. Hier werde dann zwischen allen Beteiligten geklärt, wie sich der Streit in Zukunft vermeiden lässt.

„Die Eltern müssen besonders darauf achten, die Ideen der Kinder auch aufzugreifen. Oft kommen von den Kleinen ganz tolle Vorschläge, wie man mit Problemen umgehen könnte”, sagt Lappehsen-Lengler. Habe man sich auf eine Idee geeinigt, werde diese bis zum nächsten Treffen ausgetestet und dann entschieden, ob man sie beibehält oder ob sie nachgebessert werden muss.

Auf einem kurzen Protokoll werde dann notiert, was der Familienrat besprochen hat. Damit der Familienrat funktioniert, müssten auch die Eltern Disziplin aufbringen und mit gutem Beispiel vorangehen. „Auch sie müssen sich an die Vereinbarungen halten, die man im Familienkreis getroffen hat”, betont Lappehsen-Lengler.

Bei kleineren Kindern sollte der Rat alle zwei bis drei Tage einberufen werden, um sie an die Regeln des Zusammenlebens zu erinnern. „Wenn die Kinder schon größer sind, reicht es, wenn der Familienrat einmal wöchentlich, vielleicht am Ende der Woche, tagt”, sagt Lappehsen-Lengler. Wichtig sei, dass man sich regelmäßig zusammensetze und dafür sorge, dass auch jeder gerne an den Treffen teilnimmt.