Saarbrücken: Bei Angebereien unter Kindern sollten Erwachsene vermitteln

Saarbrücken: Bei Angebereien unter Kindern sollten Erwachsene vermitteln

Kinder scheinen miteinander in einem ständigen Konkurrenzkampf zu stehen. Schon morgens vor der Kita geht es los: „Mein Fahrrad ist viel cooler als deines!”

„Schau mal, was ich für tolle Fußballschuhe habe!” - „Meine Puppe ist die Allerschönste von der Welt!” „Solche vermeintlichen Angebereien spiegeln grundsätzlich den Wunsch des Kindes wider, bewundert zu werden - ein durchaus berechtigtes Bedürfnis”, sagt Diplom-Psychologin Dorothee Lappehsen-Lengler.

Im Kindergartenalter trennten Kinder noch nicht zwischen sich selbst und ihrem Besitz: „Wenn die Schuhe toll sind, dann bedeutet das für das Kind, dass es selbst auch toll ist”, erklärt die Leiterin der Lebensberatungsstelle Saarbrücken. Zudem könnten die Kleinen noch nicht einschätzen, wie sich ihr Tun auf die Stimmung ihrer Mitmenschen auswirkt.

„Man muss Kindern daher erst einmal erläutern, dass sie andere mit ihrem Verhalten möglicherweise verärgern”, sagt Lappehsen-Lengler. Doch selbst wenn das Kind verstehe, dass es andere durch seine Prahlerei traurig macht, sei es deshalb noch lange nicht in der Lage, sich zurückzuhalten. „Erst ab einem Alter von sechs, sieben Jahren können Kinder sich kontrollieren, um die Gefühle anderer nicht zu verletzen”, sagt Lappehsen-Lengler.

Sie rät Eltern, in Konkurrenzsituationen unter Kindern schlichtend einzugreifen. „Dabei sollte man deutlich machen, dass es durchaus in Ordnung ist, sich an seinem Besitz zu erfreuen”, sagt Lappehsen-Lengler. Erwachsene könnten zwischen den beiden Streithähnen vermitteln, indem sie beiden Kindern bestätigen, dass ihre Spielsachen schön sind. „Möglicherweise kann man dem einen Kind auch erklären, dass das andere traurig ist, weil es selbst nicht so einen schöne Puppe hat”, sagt Lappehsen-Lengler. Man könne vorschlagen, das Spielzeug doch zu teilen oder es dem anderen zu leihen. „Kinder haben ein ausgeprägtes Gespür für Fairness - das sollte man unterstützen”, sagt die Expertin.

Neige ein Kind zu wiederholten Angebereien, sei das oft ein Zeichen für ein geringes Selbstwertgefühl. „Solchen Kindern sollte man daher immer mal wieder vermitteln, dass sie ganz liebenswerte Menschen sind - egal, ob sie nun teure Fußballschuhe haben oder nicht”, sagt Dorothee Lappehsen-Lengler.

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