1. Leben
  2. Familie

Minden: Behinderte Eltern haben Recht auf Hilfe im Haushalt

Minden : Behinderte Eltern haben Recht auf Hilfe im Haushalt

Behinderte Eltern haben Anspruch auf eine Haushaltshilfe oder andere Unterstützung, um ihre Kinder in den eigenen vier Wänden großziehen zu können.

Das hat das Verwaltungsgericht Minden in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss entschieden und einer spastisch gelähmten Mutter aus Bünde eine sogenannte Elternassistenz zugesprochen.

Nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches solle die Eingliederungshilfe Folgen einer Behinderung beseitigen und behinderte Menschen soweit wie möglich am Leben in der Gemeinschaft teilhaben lassen. Die Kammer sprach der Klägerin daher vorläufig 1400 Euro im Monat von der Stadt Bünde zu.

Die 37 Jahre alte Mutter ist an Armen und Beinen spastisch gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Im April dieses Jahres hatte sie einen gesunden Sohn zur Welt gebracht. Bereits vor der Geburt dieses Kindes hatte sie beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine Eingliederungshilfe beantragt: Sie wolle vom August an eine Hilfe beschäftigen, weil die Elternzeit ihres Mannes auslaufe. Es gehe ihr nur darum, Unterstützung bei der Versorgung des Kindes zu bekommen.

Der LWL hielt sich nicht für zuständig und gab den Antrag an die Stadt Bünde ab. Da sich Stadt und Landschaftsverband nicht einigten, ließ die 37-Jährige den Fall vor Gericht klären.

Nach Ansicht der Richter ist der behinderten Mutter „genau so wie einem nicht behinderten Elternteil die persönliche Betreuung und Versorgung ihres Kindes in ihrem eigenen Haushalt zu ermöglichen”. Ein Vorschlag zur Betreuung außerhalb des elterlichen Haushalts liege „gänzlich neben der Sache”. Aus formellen Gründen erklärte das Gericht die Stadt für zuständig. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde eingelegt werden.