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Wuppertal: Babyschwimmen tut auch Eltern gut

Wuppertal : Babyschwimmen tut auch Eltern gut

Babys planschen vergnügt mit ihren Eltern im Wasser - ein Bild, das mittlerweile in vielen Schwimmbädern zum Alltag gehört. Doch worauf sollten Eltern achten, wenn sie sich mit ihren Kleinen ins Nasse wagen und einen Babyschwimmkurs buchen?

„Eltern sollten sich zunächst einmal über die Schwimmschule und die Qualifikation des Kursleiters informieren”, sagt Hildegard Eisenhardt vom Bundesverband für Aquapädagogik, die seit 1983 eine eigene Schwimmschule für Säuglinge und Kleinkinder in Wuppertal leitet.

In Deutschland gebe es dafür bislang keine vorgeschriebenen Standards. Daher sei es ratsam nachzufragen, welche Qualifikation der Kursleiter vorweisen kann. Entsprechende Ausbildungen bieten unter anderem die Deutsche Schwimmjugend und die vom Bundesverband für Aquapädagogik zertifizierte Delphin Akademie in Hamburg an. Aufbau- und Weiterbildungskurse gibt es auch in den jeweiligen Landesschwimmverbänden.

Weiterhin sollten interessierte Eltern auf die Kursgröße, die Größe des Schwimmbeckens und die Wassertiefe achten: Das Becken müsse genug Raum für die Übungen lassen, die Kursteilnehmer dürften sich nicht eingeengt oder gar von anderen Schwimmbad-Benutzern gestört fühlen. Außerdem sollte laut Eisenhardt das Becken nicht zu tief sein, damit die Eltern ohne Anstrengung stehen können.

Und auch die Wassertemperatur muss stimmen: „Babys brauchen eine Temperatur von 32 bis 34 Grad Celsius, um sich wohlzufühlen.”

Die Expertin rät dringend davon ab, sich auf eigene Faust mit seinem Baby ins Wasser zu begeben: „Da Kinder sich im Wasser anders verhalten als an Land, müssen die Eltern zunächst lernen, wie sie mit ihrem Baby im Wasser umgehen und wie das Kind seinen Bewegungsdrang richtig ausleben kann.” So bekämen die Eltern während der Kurse auch ein Gefühl der Sicherheit vermittelt und sie lernten, wie sie beruhigend auf ihre Kinder einreden könnten. „Die Eltern üben beispielsweise verschiedene Grifftechniken ein, um die Kleinen richtig im Wasser zu halten”, erklärt die Fachfrau.

Im Schnitt könnten Babys bereits in der sechsten bis zwölften Lebenswoche ins Wasser. Das Schwimmen wirke sich nachhaltig auf die motorischen Fähigkeiten der Kinder aus. Die Bewegungen im Wasser vermittelten zudem neue Sinneseindrücke. Und die Eltern trainieren beim Babyschwimmen ihre Armmuskulatur. Auch Beine, Bauch und Po von Mama und Papa werden gelenkschonend durch die aquagymnastischen Bewegungen gestärkt.

Durch die Schwimmkurse gewinnen die Kinder laut Engelhardt außerdem eine gewisse Sicherheit im Wasser. Und das könne bei Badeunfällen möglicherweise sogar lebensrettend sein: Kinder, die an Babyschwimmkursen teilgenommen haben, hätten im Notfall eine bessere Überlebenschance.

Es gibt aber auch Stimmen, die sich kritisch zum Babyschwimmen äußern: Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums München haben 2008 festgestellt, dass Kleinkinder, die bereits während ihres ersten Lebensjahres schwimmen waren, ein erhöhtes Risiko hatten, an Mittelohrentzündung oder Darminfektionen zu erkranken, als gleichaltrige Kinder, die nicht so früh ein Schwimmbad besuchten. Mögliche Ursache: eine Keimbelastung des Badewassers.

Babyschwimmkurse erfreuten sich in Deutschland aber nach wie vor großer Beliebtheit, sagt Eisenhardt. Mütter und Väter könnten zusammen mit dem Nachwuchs erlebnisreiche Momente im Wasser verbringen. Ob ihren Babys das gut tut, müssen Eltern letztendlich selbst herausfinden.