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Köln: Auf Waveboards nie ohne Helm und Protektoren surfen

Köln : Auf Waveboards nie ohne Helm und Protektoren surfen

Waveboards erobern derzeit die Herzen vieler Jugendlichen. Und was die dann damit anstellen, lässt manchen Erwachsenen schwindeln. Hersteller beschreiben das Fahrgefühl als eine Mischung aus Surfen und Snowboarden.

Die etwa 40 bis 130 Euro teuren Fun-Sportgeräte sind in etwa so groß wie Skateboards. Doch das neumodische Surfbrett für die Straße besitzt nur zwei Räder. Die wiederum sind drehbar und mittig in Längsrichtung unter dem Board platziert. Zudem besteht das Waveboard aus zwei Teilen, die meist flexibel miteinander verbunden sind.

Die Konstruktionsbeschreibung macht schon deutlich: Waveboarding erfordert viel Geschick und Balance, beschert aber auch eine Menge Spaß. Allerdings, mahnt Frank Holdinghausen von TÜV Rheinland in Köln: „Helm- sowie Handschoner, Knie- und Ellenbogenschoner sind sehr wichtig, ganz wie bei Inlinern oder Skateboards, sonst ist im Fall eines Sturzes die Verletzungsgefahr sehr groß”.

Anfänger sollten nicht alleine üben

Schwung holt man nicht - wie bei einem Skateboard - durch Abstoßen, sondern durch geschicktes Verlagern des Schwerpunktes mit Einsatz des ganzen Körpers. Die einspurige Konstruktion erlaubt schnelle Geradeausfahrten, weite Bögen und enge Schwenks, beispielsweise beim Bremsen. Ebenso sind schräges Driften oder Kreiseln möglich.

Das alles jedoch erfordert Übung. „Um den sicheren Umgang mit dem Sportgerät zu beherrschen und Verletzungen vorzubeugen, sollten Anfänger immer mit Hilfe von Freunden oder Familienmitgliedern üben”, empfiehlt Frank Holdinghausen von TÜV Rheinland, der Waveboards auf ihre Sicherheit hin überprüft. Und auch da gibt es einiges zu beachten. Für Waveboards existiert derzeit noch keine Norm. „Bei den auftretenden Belastungen und der Ausführung sind Waveboards den Skateboards allerdings ähnlich”, erläutert der TÜV-Fachmann. Für Prüfungen legten die Fachleute deshalb die Europäische Norm für Skateboards (EN 13613) zugrunde. Zusätzlich würden produktspezifische Prüfungen durchgeführt.

Sicherheit durch Gütesiegel

Nur wenn das Board die Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Bedienungsanleitung und Kennzeichnung erfülle, erhalte es das GS-Siegel für Geprüfte Sicherheit und darauf solle man Wert legen, sagt Holdinghausen. Generell sollte eine maximale Belastungsangabe auf dem Produkt vorhanden sein. Diese ist im Regelfall mit 100 Kilogramm angegeben und damit für Kinder und Jugendliche ausreichend.

„Bevor sich Eltern für ein Board mit einer geringeren Belastung entscheiden, sollten sie überlegen, ob sie es nicht selbst einmal ausprobieren möchten”, gibt der Fachmann zu bedenken. Außerdem gelte es auf scharfe Ecken und Kanten an dem Produkt zu achten. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist eine ausführliche Bedienungsanleitung. Sie sollte die Adresse des Herstellers und eine Anleitung zum sicheren Fahren inklusive Schwungholen und Bremsen beinhalten. „Erst lesen, dann waven”, ist bei den Trendboards aus Sicht des Experten Holdinghausen besonders wichtig.

Nach dem Fahrspaß sollte man dem Sportgerät etwas Aufmerksamkeit schenken und Hinweise zum Wechsel der Rollen, zur Wartung und Pflege des Waveboards beachten.