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Hof: Auf unpassende Kinderkommentare gelassen reagieren

Hof : Auf unpassende Kinderkommentare gelassen reagieren

Ob Glatze, Bierbauch oder Silberblick - besondere Merkmale ihrer Mitmenschen kommentieren Kinder gerne ungefiltert. Wenn der Nachwuchs im Bus beispielsweise laut fragt, warum der Mann gegenüber so schwarze Zähne hat, möchten Eltern gerne im Boden versinken.

„Die sozialen Hemmungen entwickeln sich bei Kindern erst im Grundschulalter”, erklärt Andreas Engel, stellvertretender Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Erst dann könnten die Kleinen abschätzen, wie ihre Äußerungen bei anderen ankommen.

Bis dahin rät er Eltern, gelassen mit unpassenden Kinderkommentaren umzugehen. „Man sollte sein Kind auf keinen Fall blamieren, indem man es vor anderen Leuten zurechtweist”, betont der Erziehungsexperte aus dem bayerischen Hof. Merke man, dass sich der Betroffene durch die Aussage des Sprösslings beleidigt fühle, könne man sich für seinen Nachwuchs entschuldigen. „Man sollte dann aber auch darauf hinweisen, dass Kinder diese Feinfühligkeit eben erst noch lernen müssen”, sagt Engel.

Meistens werde Kindern ihre Unbefangenheit allerdings nicht übel genommen. „Die meisten wissen, dass das zum Kindsein dazugehört”, sagt Engel. Trotzdem sollten Eltern ihrem Nachwuchs im Nachhinein erklären, dass es manche Leute traurig macht, wenn man laut über ihre Makel spricht.

So vermittle man dem Kind mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Kommentare passend sind - und wann es besser ist, seine Beobachtungen für sich zu behalten.