Köln: Auf Auszugspläne von Pubertierenden nicht gekränkt reagieren

Köln: Auf Auszugspläne von Pubertierenden nicht gekränkt reagieren

Teenager legen meist großen Wert auf Selbstständigkeit. Manche würden sogar am liebsten sofort ihre Sachen packen und das Elternhaus für immer verlassen. „Es ist ganz normal, wenn Jugendliche solche Ideen entwickeln”, sagt Elisabeth Raffauf, Autorin des Ratgebers „Pubertät heute”.

Wichtig sei, dass Eltern darauf nicht gekränkt reagierten. Vielmehr sollte man sich bemühen, den Grund für die Auszugspläne des Jugendlichen herauszufinden. „Manche streben vor allem nach mehr Freiheit und eigenen Regeln”, sagt Raffauf. Dafür sollte man Verständnis zeigen, aber auch deutlich machen, dass diese Pläne noch warten müssen.

„Rein rechtlich können Eltern bis zur Volljährigkeit eines Kindes bestimmen, wo es wohnt”, sagt die Expertin. Man könne dem Jugendlichen klar machen, dass man die Verantwortung für ihn trägt und dass man es wichtig findet, dass er noch eine Zeit lang im Elternhaus lebt. „Wenn genug Vertrauen da ist, kann man dem Kind auch eine Zwischenlösung anbieten - etwa, dass es mal ein Wochenende alleine zu Hause bleiben oder ohne die Eltern Urlaub machen darf”, sagt Raffauf.

Häufig sind aber auch Konflikte im Elternhaus der Grund dafür, dass ein Jugendlicher ausziehen möchte. „Wenn ein Kind es aufgrund von Streitereien zu Hause unerträglich findet, sollte das ein Warnsignal sein”, sagt Raffauf. Die Familie sollte sich dann bemühen, die Situation zu klären. „Oft können dabei Freunde oder Verwandte behilflich sein. Man kann aber auch eine Familienberatungsstelle aufsuchen”, sagt Raffauf.

Möglicherweise stelle man dabei fest, dass die Eltern an ihrer Paarbeziehung arbeiten sollten, um die Stimmung zu Hause zu verbessern. Falls sich ein Auszug des Jugendlichen tatsächlich als eine sinnvolle Lösung für alle Beteiligten erweise, sollte man mit Hilfe des Jugendamts prüfen, wie das Kind bei diesem Schritt unterstützt werden kann.

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