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Neu-Isenburg: Altenpflegeheime werden im Internet benotet

Neu-Isenburg : Altenpflegeheime werden im Internet benotet

Alle deutschen Altenpflegeheime erhalten von Mittwoch an unangemeldeten Besuch. Dann beginnen einheitliche Qualitätsprüfungen nach neuen Richtlinien durch die Medizinischen Dienste der Krankenkassen.

Die Tests sind die Grundlage dafür, dass alle Einrichtungen von September an im Internet benotet werden können, sagte Karl-Dieter Voß, Vorstandsmitglied des Verbands der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV), am Dienstag im hessischen Neu-Isenburg. Bis Ende 2010 sollen alle rund 11.000 Heime und 11.500 Pflegedienste benotet sein.

Die Prüfungen und die Veröffentlichung eines Teils der Ergebnisse sorgten für mehr Transparenz bei der Pflegequalität, sagte der Geschäftsführer der MDK-Dachorganisation MDS, Peter Pick. Die Prüfer legten künftig noch mehr Wert auf die Pflegequalität und die Bewältigung des Alltags der Bewohner.

Vorgesehen sind Noten in vier Bereichen: Pflege und medizinische Versorgung, Umgang mit demenzkranken Bewohnern, soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene. Aus insgesamt 64 Einzelkriterien wird die Gesamtnote gebildet. Zusätzlich gibt es eine Note aus der Befragung eines Teils der Bewohner. Ziel ist die bundesweite Vergleichbarkeit aller geprüften Heime. Zudem sollen künftig weitere Leistungsangebote und ein Kommentar der Einrichtung im Internet abrufbar sein.

Für die Träger von Altenpflegeheimen begrüßte Frank Kadereit-Hiesserich, Geschäftsführer der „Mission Leben - Im Alter GmbH” in Darmstadt, die Prüfungen als gut und hilfreich. Allerdings sei die Vergleichbarkeit über Ländergrenzen hinweg nur eingeschränkt gegeben, weil die Bundesländer verschiedene Personalschlüssel in der Pflege vorschrieben. Zertifizierungen allein verbesserten nicht für das Wohlergehen der Bewohner, sondern vor allem die persönliche Zuwendung, betonte der Geschäftsführer.

Von 2011 an soll jede Pflegeeinrichtung einmal jährlich geprüft werden. Über die veröffentlichten Kriterien hinaus prüfe der MDK etwa die Personaleinsatzplanung und die Fortbildungen der Mitarbeiter, hieß es.

Dem neuen Prüfverfahren und der Veröffentlichung eines Teils der Ergebnisse war ein heftiger Streit zwischen Kranken- und Pflegekassen einerseits und den Heimträgern und Wohlfahrtsverbänden andererseits vorausgegangen. Im vergangenen Dezember einigten sich die Beteiligten auf den Katalog der Prüfkriterien für die Heime, im vergangenen Januar für die ambulanten Dienste.