1. Leben
  2. Familie

Adoption eines Kindes: Worauf sollten Eltern beim Versicherungsschutz achten

Absicherung : Adoption: Darauf sollten Eltern beim Versicherungsschutz achten

Eine Adoption bedeutet für Eltern die Erfüllung eines lang gehegten Kinderwunsches. Im vergangenen Jahr fanden laut dem statistischen Bundesamt insgesamt 3.744 Kinder ein neues Zuhause. Auf der anderen Seite bedeutet eine Adoption eine Menge Bürokratie im Vorfeld, die auch nach der Adoption nicht abrupt endet. Vor allem das Thema Versicherungen beschäftigt Adoptiveltern gerade am Anfang.

Hier gibt es einige Basics, die unbedingt vorhanden sein müssen, damit das Kind und die komplette Familie ausreichend geschützt sind.

Krankenversicherung

Sie ist eine der wichtigsten Versicherungen, die Eltern für ihr Adoptivkind abschließen müssen. Sind die Eltern gesetzlich krankenversichert, können die Kinder über die sogenannte Familienversicherung mitversichert werden und zwar beitragsfrei. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt dann die gleichen Leistungen, wie bei den Eltern ab, also Arztbesuche, Medikamente, etc.

Ist einer der Elternteile privat krankenversichert und hat das höhere Einkommen, kann das Kind jedoch nicht in der gesetzlichen Krankenkasse familienversichert werden. Das Kind muss dann in der Privatversicherung mit vollversichert werden. Melden Eltern das Kind innerhalb von zwei Monaten ab der Adoption bei der privaten Krankenversicherung an, gibt es finanzielle Vorteile für die Eltern.

Daneben kann man das Kind dennoch freiwillig gesetzlich versichern. Allerdings fallen die Beiträge hierfür meist deutlich höher als bei der privaten Versicherung aus. Je nach Tarif kann man hier nämlich etwa 100 Euro pro Monat pro Kind rechnen.

Privathaftpflicht

Kinder sind nun einmal Kinder und dabei kann immer mal wieder etwas zu Bruch gehen. Deshalb ist es wichtig, dass der Spross privat haftpflichtversichert ist. Ansonsten müssen nämlich die Eltern haften. Mit der privaten Haftpflicht sichern sich die Erziehungsberechtigten gegen das finanzielle Risiko nach einem Schadensfall ab, der durch das Kind verursacht wurde.

Im Prinzip sollte aber nicht nur das Kind, sondern jedes Familienmitglied in dem Schutz der Haftpflichtversicherung mit eingeschlossen sein. Dabei schließt ein Elternteil die Versicherung ab. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Versicherungssumme mindestens einen Schaden von drei Millionen Euro für Personen- oder Sachschäden abdeckt.

In der Regel sind dann alle anderen Familienmitglieder direkt mitversichert. Dieser Schutz gilt so lange bis das Studium und/oder die Ausbildung des Kindes abgeschlossen ist.

Sollte das Adoptivkind jedoch noch unter sieben Jahre alt sein, gilt eine Ausnahme. Kommt es zu einem Schaden, der durch das Kind verursacht wurde, kann niemand dafür haftbar gemacht werden. Das setzt allerdings voraus, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben.

Risikolebensversicherung

Diese Versicherung sichert nicht direkt das Kind ab, sondern die finanzielle Zukunft der ganzen Familie. Sollte ein Elternteil sterben, wird durch die Risikolebensversicherung das finanzielle Loch ausgeglichen, das durch den Tod entsteht. Mit dem Geld soll also der Lebensunterhalt der Hinterbliebenen absichert werden. Vor allem beim Hauptverdiener der Familie ist so eine Risikolebensversicherung wirklich essenziell wichtig.

Idealerweise ist die Höhe der Versicherungssumme so hoch wie möglich und das zu einem möglichst niedrigen monatlichen Beitrag. Es sollte mindestens das Vierfache des Jahreseinkommens des Versicherten im Schadensfall ausbezahlt werden.

Die Höhe dieses Beitrags richtet sich jedoch unter anderem nach dem Gesundheitszustand des oder der Versicherten. Dazu muss in der Regel ein kurzer Fragenkatalog zur Gesundheit beantwortet werden - meistens geschieht das heutzutage bequem online und ist recht schnell erledigt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird in seinem Arbeitsleben einmal berufsunfähig. Dadurch kann ebenfalls ein komplettes Gehalt wegbrechen, also sollten Eltern hier vorsorgen. Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind neurologische oder psychische Erkrankungen, dicht gefolgt von Erkrankungen am Skelett oder Bewegungserkrankungen.

Im Idealfall sind beide berufstätigen Elternteile gegen eine mögliche Berufsunfähigkeit versichert. In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls wichtig, dass die vereinbarte Versicherungssumme ausreicht. Wird das Geld monatlich ausbezahlt, sollte es mindestens 75 bis 80 Prozent des letzten Nettogehalts abdecken.

Bei Abschluss der Versicherung sollten Eltern darauf achten, dass hier später keine weiteren gesundheitlichen Untersuchungen folgen, wenn die Versicherungssumme beispielsweise im Zuge einer Gehaltserhöhung angepasst werden muss.

Zuschüsse bei privater Altersvorsorge

Auch für das Alter sollen Eltern ausreichend abgesichert sein. Mit der gesetzlichen Rente gelingt das leider in den wenigstens Fällen. Es ist wichtig, dass man sich hier bereits frühzeitig absichert. Durch das Kind kann man hier einige finanzielle Vorteile bekommen und zwar bei der sogenannten Riester-Rente.

Dabei handelt es sich um eine staatlich geförderte Möglichkeit privat für den Ruhestand vorzusorgen. Die staatliche Förderung erfolgt in Form von steuerlichen Vorteilen sowie jährlichen Zuzahlungen. Ab einem bestimmten Betrag gibt es pro Jahr einen Zuschuss in Höhe von 175 Euro.

Adoptieren die Eltern ein Kind, dann ergeben sich dadurch neue Vorteile bei der Riester-Rente. Neben dem Zuschuss gibt der Staat pro Kind bis zu 300 Euro dazu. Die Höhe dieser Zuzahlung hängt jedoch davon ab, wann das Kind geboren wurde.

Wenn Eltern also ein Kind adoptieren, kommen zwar mit den verschiedenen Versicherungen einige Kosten auf sie zu. Allerdings genießen sie zusätzlich einige Vorteile, wie etwa bei der Riesterrente.

Wer sein Kind noch umfassender absichern möchte, sollte sich um eine Kinder-Invalidenrente und um eine Unfallversicherung kümmern. Allerdings sollte man in allen Fällen die verschiedenen Angebote sorgfältig miteinander vergleichen.

(vo)