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Alles Käse im Kreis: Mit Liebe für Tiere und heimische Produkte…

Alles Käse im Kreis : Mit Liebe für Tiere und heimische Produkte…

Nicht von ungefähr setzten Spitzenköche gerne auf regionale Produkte, die mit viel Liebe und in ausgezeichneter Qualität hergestellt werden. Besonders beliebt ist im Kreis Heinsberg der Käse. Es gibt ihn in zahlreichen Varianten, direkt vom Hof oder auch im Supermarkt. Gemeinsam haben die Produkte, dass sie mit viel Gespür für die Zutaten hergestellt werden – also die Milch der heimischen Kühe und Ziegen sowie die Gewürze und Zusatzstoffe aus der Region. Die Prozesse laufen per Hand, und so entstehen vielfältige Käsesorten, die nicht nur in der Spitzengastronomie sondern auch daheim auf der Familientafel gerne zum Einsatz kommen.

Kleine Farm Rickelrath

 Die Kleine Farm Rickelrath wird von der Familie Schreder geführt.
Die Kleine Farm Rickelrath wird von der Familie Schreder geführt. Foto: Schreder

Im beschaulichen Rickelrath in Wegberg liegt die Kleine Farm der Familie Schreder. Vater Martin (der Boss), Mutter Christiane (Halbchefin) und Tochter Sarah (die Jungbäurin, wohnt aber nicht mehr zu Hause) führen ihren Hof seit 2007. Ursprünglich handelte es sich um einen bäuerlichen Kleinbetrieb mit Land und Waldgrundstücken, heute wird der Hof zur Tierhaltung, nachhaltigen Bewirtschaftung und Selbstversorgung genutzt.

Seit 2018 betreibt die Familie auch eine kleine Hofkäserei, jeder Schritt, vom Melken bis zum fertigen Käse, wird von Hand ausgeführt. „Für unseren Käse verwenden wir nur die Milch unserer eigenen Mädels“, versichert Christiane Schreder. Die Mädels, das sind 14 Ziegendamen und dazu der Bock Ignatz. Gemeinsam produzieren sie im Jahr gut 10.000 Kilogramm Ziegenmilch, die vor Ort zu rund 1000 Kilogramm Käse verarbeitet werden. Im Angebot gibt es verschiedene Frischkäse, pur oder mit Kräutern, Frischkäsedips, die Geiten-Grillies - das ist ein Grillkäse der nicht zerläuft-, Rohmilchweichkäse in verschiedenen Sorten, Hirtenkäse und Schnittkäse von mild bis pikant. Neben den gängigen Sorten wie einem Butterkäse oder mildem Käse mit Bockshornklee, Brennnessel oder Bärlauch gibt es auch ausgefallene Schnittkäse wie die „Orientalische Geit“ mit Curry und Aprikosenstückchen oder den „Gour-Mäh“, ein lang gereifter Käse mit Rotwein. Der Käse und auch Fleischwaren aus eigenen Zucht werden von Februar/März bis Weihnachten vor Ort im Hofladen und auf Wochenmärkten verkauft.

„Da wir nur eine kleine Käserei sind, können wir nicht immer alle Käse vorrätig haben“, erklärt Halbchefin Christiane, „aber getreu unserem Motto ‚Da ist da, weg ist weg und was da ist, ist richtig gut‘ findet sich fast immer eine Alternative, die wir anbieten können.“

Neben der Käserei bietet die Kleine Farm Rickelrath Gartenberatungen sowie Seminare und Schulungen an – in Corona-Zeiten nur auf Anfrage -, unter anderem in der Käseherstellung, Selbstversorgung oder zum Thema Handarbeit.

Weitere Informationen unter www.kleine-farm-rickelrath.de

 André Tholen und seine Familie produzieren hochwertigen Käse auf dem Kollweider Hof.
André Tholen und seine Familie produzieren hochwertigen Käse auf dem Kollweider Hof. Foto: WFG Heinsberger Land/Chantal Küsters

Kollweider Hof in Gangelt-Breberen

Die Spezialzutat des Käses vom Kollweider Hof in Gangelt-Breberen ist die Milch der Jersey-Kuh. Diese zierlichen, hellbraunen Kühe mit den Rehaugen werden seit mehreren Jahrhunderten als Spezialrasse zur Produktion von möglichst gehaltvoller Milch aus fettem Grünland gezüchtet. Die Rasse wird gerne auch „The Royal Butter Cow“ genannt, die Jerseys verleihen den Produkten ihrer Milch sozusagen einen wahrlich königlichen Geschmack.

Bio-Landwirt André Tholen und Lebensgefährtin Sonja Feldkeller verarbeiten die Milch ihrer 80 Kühe tagesaktuell. Morgens wird gemolken, die Milch wird zum Teil pasteurisiert oder als Rohmilch weiterverarbeitet und ist schon am gleichen Abend in Laiben in der Reifung. Die übliche Kühlung, das Lagern und der Milchtransport entfallen. Neben traditionellen Käsekulturen kommen mikrobiologisches Labferment und Steinsalz zum Einsatz. Sonst nichts.

So entstehen in Gangelt-Breberen der Kollweider Jersey-Brie, ein cremiger, vom Rand her reifender Weichkäse in weißer Edelschimmel-Rinde, der einen fest-frischen Kern und einen leichtsäuerlichen Geschmack hat. Am besten genießt man den jungen Käse bei Raumtemperatur, genauso wie seinen Bruder, den Kollweider Jersey-Brie mit Trüffel und Steinpilzen. Der Weiße Kollweider ist ein Rohmilch-Schnittkäse mit weißer Rinde oder in roter Wachshaut aus der Bio-Vollmilch der Jersey-Kühe und mit rahmig-cremiger Textur, eine „geschmackliche Innovation“, wie André Tholen verspricht. Der Käse wird mit den typischen Kulturen produziert, um dann in einem sehr speziellen Verfahren zu reifen. Neuestes Produkt ist ein Mozarella – aufgrund der Inhaltsstoffe der Milch fast in der Qualität von Büffelmozarella.

Zu kaufen gibt es den Breberener Käse bundesweit in Bio- und Naturkostläden und hier in der Region in den Filialen von Wurstspezialitäten Esser und von Edeka. In Breberen werden der Käse und die Kartoffeln aus eigenem Anbau in einem kleinen Selbstbedienungsshop angeboten.

Weitere Informationen unter www.kollweider-hof.de

 Im Gut Zumdahl dreht sich alles um die Ziege.
Im Gut Zumdahl dreht sich alles um die Ziege. Foto: Heinrichs

Gut Zumdahl in Geilenkirchen

Noch bis April sind die Ziegen auf dem Gut Zumdahler Ziegenhof zwischen Kraudorf und Kogenbroichim Mutterschutz, das heißt, sie werden nicht gemolken.. „Diese kleine Auszeit ist von der Natur vorgesehen, damit die werdenden Mütter ihre Kräfte sammeln und sich so auf die Geburt und die Aufzucht der Lämmer vorbereiten können“, erklärt Gerd Heinrichs, der gemeinsam mit seiner Tochter Clara den Hof betreibt. Clara Heinrichs ist auch für die Käseproduktion in der hofeigenen Käserei verantwortlich. Hier werden verschiedene Frisch- und Weichkäsevariationen sowie halbfester Schnittkäse aus der Ziegenmilch hergestellt, insgesamt in rund 20 Sorten. Gerd Heinrichs: „Im April, wenn alle Lämmer einen guten Start ins Leben gefunden haben, starten wir wieder mit der Produktion und dem Hofladenverkauf.“

Nach dem Melken der 30 Ziegen, die in biologischer Fütterung mit heimischem Gras und Heu versorgt werden, gelangt die Milch direkt vom Melkstand in die Käserei. „Uns geht es vor allem um die hohe Qualität und um die Transparenz in der Herstellung“, erklärt Gerd Heinrichs. „Wer mag, kann unsere Ziegen auf der Weide und im Stall besuchen und sich die Haltung anschauen. Außerdem können der Melkstand und durch große Fenster auch die Käserei besichtigt werden.“

Die Ursprünge von Gut Zumdahl gehen auf das 15. und 16. Jahrhundert zurück. An dieser geschichtsträchtigen Stelle halten Gerd und Clara Heinrichs seit 2018 ihre Ziegen. „Wir machen das mit viel Leidenschaft“, erklärt Gerd Heinrichs. „Auf dem Hof ist der Produktionsweg des Käses von der Ziegenhaltung bis zum Verkauf nachzuvollziehen. So kann der Einkauf zu einem kleinen Erlebnis für Groß und Klein werden.“

Weitere Informationen gibt es auf der Facebookseite von Gut Zumdahl.