Lebensmittel online kaufen: So funktioniert das E-Food Business

So funktioniert das E-Food Business : Lebensmittel online kaufen

Onlineshopping zählt zu den großen Trends der letzten Jahre. Laut Bitkom e.V. nutzen aktuell rund 56 Millionen Menschen die praktischen Einkaufsmöglichkeiten im World Wide Web. Es ist allerdings nicht nur praktisch, sondern bietet im Regelfall alles, was auf der Einkaufsliste steht.

Sogar frische und konservierte Lebensmittel sind online problemlos zu bestellen.

E-Food: wer braucht es, wer kauft es?

Der Begriff für den Online-Handel mit Lebensmitteln lautet "E-Food". In der Vergangenheit haben sich vergleichsweise wenig Verbraucher für das Einkaufen von Lebensmitteln im Internet interessiert. Sorgen und Zweifel bezüglich Lagerung, Frische und Herkunftsland gehörten zu den Hauptbedenken. Aus einer Bevölkerungsbefragung aus dem letzten Jahr geht allerdings nun hervor, dass der Online-Lebensmittelhandel hierzulande kurz vor dem großen Boom steht. Die Frage, die sich hier automatisch stellt, lautet: Woher kommt der Sinneswandel? Zu beantworten ist dies anhand der Käuferschaft, denn diese ist laut der Befragung in Zukunft wie folgt aufgestellt:

  • in Vollzeit arbeitend
  • zwischen 35 und 44 Jahre alt
  • vorwiegend männlich
  • mit einem Haushaltseinkommen von mehr 30.000 Euro

Ausnahmen bestätigen diese Regel, denn ein zweiter großer Anteil an Online-Supermarkt-Einkäufern sind Frauen, die aufgrund kleiner Kinder beispielsweise keine Zeit für Einkauf im stationären Handel haben.

Wie im Supermarkt vor Ort, nur eben digital und ohne Warteschlange an der Kasse? so unkompliziert geht es beim Online-Lebensmittelhandel zu. Foto: pixabay.com / geralt (CC0 Creative Commons)

Was bieten die Online-Supermärkte?

Grundsätzlich haben die E-Food-Märkte alles im Angebot, was Verbraucher vor Ort einkaufen können. Dort ist es beispielsweise möglich, unter anderem aus folgenden Kategorien zu wählen:

  • Babyprodukte
  • BIO & Fair Trade
  • Discount
  • Getränke, Wein & Spirituosen
  • Internationale Spezialitäten
  • Käse & Molkereiprodukte
  • Wurst & Fleischwaren
  • Nahrungsmittel
  • Obst & Gemüse

Überdies kaufen Verbraucher in dem günstigen Online-Supermarkt ebenso Tiernahrung, Outdoor-Artikel oder Haushaltswaren sowie Drogerie-Produkte. Alles, was der Mensch für den täglichen oder wöchentlichen Bedarf benötigt, wird hier eigentlich abgedeckt. Praktisch ist das vor allem für Verbraucher, die in größerer Entfernung zum nächsten Einkaufsmarkt wohnen und auf Verkehrsmittel wie Auto, Bus oder Bahn angewiesen sind.

Wie funktioniert der Online-Lebensmittelhandel?

Eigentlich funktioniert das E-Food Business genauso wie der Online-Einkauf beim Lieblingsmodeshop. Zuerst suchen Verbraucher den gewünschten Artikel im Angebot, wählen diesen aus und schon landet er im digitalen Warenkorb. Ist der Einkauf beendet, folgt ein weiterer Mausklick und schon wird die Bestellung an den Shop übermittelt. Im Grunde genommen weicht dieser Vorgang also kaum vom klassischen Onlineshopping ab - jedenfalls nicht für die Käuferseite. Auf der Verkäuferseite hingegen stellen sich besondere Herausforderungen hinsichtlich Lieferung, Kühlkette und Verpackung.

Darauf ist bei E-Food zu achten: 5 Stolperfallen

  • Lieferkosten: Normalerweise schlagen die Märkte - wie beim normalen E-Commerce auch - einen Obolus für die Lieferung on Top. Insbesondere bei schweren Gütern wie Getränkekisten ist es empfehlenswert, sich nach dem zusätzlichen Porto zu erkundigen. Ab einem bestimmten Wert ist die Lieferung häufig kostenlos.
  • Liefertermin: Wer im Supermarkt einkauft, nimmt die Lebensmittel direkt mit nach Hause und hat sie verfügbar. Online gibt es natürlich Liefertermine, die eventuell nicht immer für den Einkäufer passen. Manche Shops bieten inzwischen 24-Stunden-Lieferungen. Hier sind Zusatzkosten zu berücksichtigen.
  • Mindestbestellwert: Ein wichtiger Begriff für alle, die eigentlich nur eine Minimenge bestellen wollen, denn häufig geht das nicht.
  • Liefergebiet: Das ist ein Stichwort, das alle kennen, die gerne mal beim Lieferdienst eine Pizza bestellen. Ähnlich wie beim Bringdienst liefert auch nicht jeder Shop in jede Region.
  • Qualität: Hiermit ist sowohl die Qualität des Händlers als auch die der Ware gemeint. Kundenbewertungen helfen enorm weiter, um nicht eine Lieferung mit verdorbenen Frischwaren oder beschädigten Lebensmitteln zu erhalten.

So sehen die aktuellen Trends im E-Commerce aus

Onlineshopping gehört seit Jahren zu den stark wachsenden Branchen der heutigen Zeit. Laut Bitkom e.V. gibt es inzwischen kaum noch Verbraucher, die nicht online einkaufen. Falls doch liegt das meist fehlenden Internetzugang. Auch 2019 ändert sich das laut dem Verband nicht. Einer Studie zufolge kaufen knapp 56 Millionen Menschen in Deutschland online ein. 29 Prozent entfielen auf den Online-Lebensmittelhandel, was im Vergleich zum Jahr 2016 lediglich ein Prozent mehr ist.

Online oder stationär: Welche Einkaufsvariante für Lebensmittel wird bevorzugt?

Besorgte Mienen in den Fußgängerzonen und leere Geschäfte sind in Zeiten des digitalen Wandels keine Seltenheit. Auch, wenn der eine oder andere Einzelhändler mit smarten Antworten auf den Online-Handel reagiert und sich anpasst, ist das dennoch nicht die Regel. Daher ist es eher so, dass sich die Verbraucher nach Pro und Contra für eine Möglichkeit entscheiden.

Für den stationären Handel sprechen in jedem Fall die Vielfalt und das vor Ort ansehbare Sortiment. Verbraucher können in den Regalen stöbern, frische Waren begutachten und sich an der Fleisch-, Käse- sowie Fischtheke beraten lassen.

Außerdem sind Produkte sofort zu kaufen, mit nach Hause zu nehmen und bei Bedarf direkt zu benutzen. Ein Online-Supermarkt punktet hingegen mit variablen Öffnungszeiten, denn Verbraucher können 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche im Internet einkaufen. Der stationäre Handel schließt zu gegebener Zeit. Allerdings müssen Online-Shopper auf die Lieferung warten, denn sie ist nicht sofort verfügbar.

Ein weiterer Vorteil des Online-Lebensmittelhandels ist die Lieferung bis vor die Haustür, denn so ersparen sich Verbraucher die Schlepperei. Dieser Vorteil ist insbesondere für eine ältere Zielgruppe wichtig. Bequemlichkeit und Zeitersparnis sind allerdings ebenfalls zwei nicht zu unterschätzende Faktoren, die für den Online-Einkauf sprechen. Schnell durch das Angebot klicken, Ware auswählen und mit einem weiteren Klick bestellen - ohne Fahrzeit, ohne Wartezeit und ohne Stress verläuft ein Online-Einkaufsbummel vergleichsweise harmonisch. Insbesondere zur Feiertagszeit herrscht in vielen Supermärkten ein reges Treiben, dem Online-Shopper effizient entgehen.

Aktuell ist das E-Food Business noch nicht auf dem Stand anderer Warengruppen, die fast ausschließlich online eingekauft werden. Die Anzahl der potenziellen Käufer erhöht sich langsam, aber stetig.

(vo)
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