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Leipzig: Gutes Fleisch muss nicht teuer sein

Leipzig : Gutes Fleisch muss nicht teuer sein

Mehrere Discounter haben in jüngster Zeit die Preise für Fleischwaren gesenkt. Viele Verbraucher freut das. Manche fragen sich allerdings, ob darunter nicht die Qualität leidet.

Preisgünstiges Fleisch muss jedoch nicht automatisch schlecht sein, betonte Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen im Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Fragen und Antworten rund um das Thema:

Muss gutes Fleisch teuer sein?

Nein, denn die Qualität entscheidet sich in der Art der Haltung der Tiere, nicht daran, wie teuer das Fleisch ist oder wo es verkauft wird. Der Preisunterschied kommt laut Brendel eher daher, dass Discounter wirtschaftlich viel stärker sind als zum Beispiel Metzgereien. Sie könnten ihre Produkte somit zu niedrigeren Preisen anbieten.

Ist es egal, ob ich Fleisch beim Metzger oder im Discounter kaufe?

Der Käufer hat beim Metzger meist eine bessere Kontrolle: Der Metzger kann ihm zum Beispiel sagen, woher sein Fleisch kommt und wie die Tiere gehalten wurden. Das gilt vor allem dann, wenn er noch selbst schlachtet.

Ist abgepacktes Fleisch schlechter?

Abgepacktes Fleisch ist in der Regel länger haltbar. Wenn es unter einer luftdichten Schutzfolie verpackt ist, wird es Brendel zufolge oft mit Gasgemischen länger haltbar gemacht. Über die Qualität sagt die Verpackung jedoch nicht unbedingt etwas aus.

Wenn preiswertes Fleisch nicht schlechter ist, wieso sollte ich dann teurere Bio-Produkte kaufen?

Käufer können nach Einschätzung der Verbraucherschützerin davon ausgehen, dass der Preisdruck in Discountern grundsätzlich zu schlechteren Tierhaltungsbedingungen führt. Die Tiere stehen in engen Ställen, wegen der hohen Ansteckungsgefahr erhalten sie oft Medikamente wie Antibiotika. Das kann zu Resistenzen gegen bestimmte Krankheitserreger führen und auch das Abwasser belasten. Verbraucher müssen also damit rechnen, dass billiges Fleisch zum Teil zulasten der Tiere und auch der Umwelt geht.

Wie erkenne ich, ob Fleisch gut oder schlecht ist?

Der Käufer hat oft nur das Aussehen als Kriterium. Gutes Fleisch erkennt er an Fettadern, die sich durchziehen. Bei der Farbe lässt sich meist nur im Vergleich erkennen, ob es hochwertig ist. Schlecht ist laut Brendel immer, wenn sich Flüssigkeit ansammelt. Beim Metzger erkennt der Kunde das gut in den Schalen, wenn das Fleisch in der Theke ausliegt. Bei abgepackten Produkten saugen Kunststoffe am Boden die Flüssigkeit auf, somit erkennt man Flüssigkeiten nicht auf den ersten Blick. Sogenannte Markenfleischprogramme vieler großer Supermarktketten garantieren Brendel zufolge zumindest eine gute Qualität, sie sagen aber nichts über Umweltschutz und das Wohl der Tiere aus.

(dpa)