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Gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen: Essen länger haltbar machen

Fermentieren und Co. : Gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen: Essen länger haltbar machen

Glücklicherweise leben wir in einer Gesellschaft, in der prinzipiell niemand Hunger leiden muss. Gleichwohl in anderen Erdteilen viele Menschen verhungern, landen in Deutschland sogar jährlich etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Vor dem Hintergrund ständig steigender Bevölkerungszahlen und begrenzter Ressourcen ist das nicht weniger als eine ökologische Katastrophe.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Davon abgesehen können jedoch auch Verbraucher ihren Teil dazu beitragen. Projekte wie "Foodsharing" oder die App Too Good To Go setzen direkt bei den Supermärkten an. Verbraucher werden auf diese Weise zu Lebensmittelrettern, die abgelaufenes Essen oder Brot vom Vortag abholen, bevor es in der Tonne landet. Aber auch, indem schlichtweg weniger Lebensmittel in den Haushalten weggeworfen werden, wird Verschwendung vermieden. Doch was tun, wenn einmal etwas zu viel eingekauft wurde? In diesem Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten, Essen für einen längeren Zeitraum haltbar zu machen.

Kälte und Hitze

Bei Temperaturen von bis zu minus 17 Grad können Lebensmittel bis zu ein Jahr lang aufbewahrt werden. Frisches Obst und Gemüse lässt sich einfach in einem Plastikbeutel oder einer Brotdose im Tiefkühlschrank verstauen. Sogar frischen Fisch kann man einfrieren, wenn man ein paar Schritte befolgt. Dadurch verlängert sich die Haltbarkeit um mehrere Monate. Durch den Einfrierprozess kommen die Stoffwechselvorgänge gesundheitsschädlicher Bakterien zum Erliegen, sodass sie keinen Schaden mehr anrichten. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie unglaublich einfach ist und der Zustand der Lebensmittel nach dem Auftauen fast dem vor dem Einfrieren entspricht.

Die Methode des Einkochens ist gewissermaßen das Gegenteil von Einfrieren - wo das eine durch Kälte wirkt, funktioniert das andere mit Hitze. Auch bei dieser Technik werden Bakterien unschädlich gemacht, da sie bei 100 Grad zerstört werden oder sich zumindest ihr Stoffwechsel stark verlangsamt. Allerdings verlieren auch die eingekochten Lebensmittel durch die Hitzeeinwirkung an Nährstoffen.

Fermentieren

Das Fermentieren ist eine uralte Methode der Haltbarmachung, die außerdem sehr gesund ist. In der Herstellung entstehen zusätzliche Vitamine und probiotische Bakterienkulturen, die eine gesunde Darmflora fördern. Typische fermentierte Lebensmittel sind Sauerkraut, japanische Miso-Paste oder koreanisches Kimchi. Die einfachste Möglichkeit ist es, frisches Gemüse in eine Salzlake einzulegen. Dafür übergießt man das geschnittene Gemüse mit salzhaltigem Wasser und lagert es dunkel. Wichtig ist, es in der Folge täglich zu öffnen, um das Gas entweichen zu lassen, das während des Prozesses entsteht. Nach fünf bis sieben Tagen kann das fermentierte Gemüse genossen werden. Ungeöffnet ist es bis zu sechs Monate haltbar.

Trocknen und Dörren

Auch diese Art der Haltbarmachung ist bereits Tausende von Jahren alt. Beim Trocknen an der Luft wird Lebensmitteln wie Kräutern oder Hülsenfrüchten die Feuchtigkeit entzogen. Den in den Lebensmitteln enthaltenen Bakterien wird somit die Lebensgrundlage genommen - sie können sich nicht weiter vermehren. Unter Dörren versteht man einen aktiven Prozess, bei dem Lebensmittel warmer Luft ausgesetzt werden, was dazu führt, dass das Wasser darin verdunstet. Dies kann im Ofen bei 30 bis 80 Grad geschehen oder in speziell dafür angefertigten Dörrautomaten. Der Vorteil ist, dass auf diese Art getrocknete Lebensmittel nicht nur länger haltbar sind. Auch der Geschmack verändert und intensiviert sich, während Mineralstoffe und Vitamine erhalten bleiben. Zudem lassen sich gedörrte Lebensmittel leichter lagern, da sie durch den Wasserentzug kleiner werden.

(vo)