Die 22 beliebtesten Gewürze der Deutschen

Ratgeber : Die 22 beliebtesten Gewürze der Deutschen

Die heutige Küche kann ohne Weiteres auch als Experimentalküche bezeichnet werden. Hier ist im Prinzip alles erlaubt, solange es schmeckt. Nachdem längst nicht mehr nur zur Sättigung gekocht wird, geht es bei der Zubereitung von Speisen besonders häufig darum, neue geschmackliche Akzente oder außergewöhnliche neue Geschmackskombinationen auszuprobieren.

Dazu tragen die unterschiedlichen Lieblingsgewürze der Deutschen einen großen Teil bei. Vielen Köchen ist aber auch die Heilkraft, die bestimmten Gewürzen nachgesagt wird, wichtig, sodass sie diese Zutaten gerade deshalb den Speisen zufügen.

Unser Ratgeber erklärt, welche Gewürze bei den Deutschen besonders beliebt sind.

1.) Pfeffer

Pfeffer ist als Universalgewürz nicht nur das beliebteste Gewürz der Deutschen, sondern sogar das beliebteste Gewürz der Welt. Der beste Pfeffer stammt aus den Wäldern Malabars in Indien. Dort wachsen die Pfefferpflanzen als Kletterpflanzen und bringen grüne Pfefferkörner (Beeren) hervor. Es gibt aber auch schwarze und weiße Pfefferkörner.

- Grüner Pfeffer: unreife Körner mit weicher Konsistenz.

- Schwarzer Pfeffer: getrocknete grüne Körner werden schwarz, hocharomatisch und scharf - Verwendung für dunkle Speisen.

- Weißer Pfeffer: geschälte, gewässerte und getrocknete, vollreife, grüne Körner - Verwendung für helle Speisen.

2.) Chili

Chilis stammen ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und können so brennend-scharf sein, dass Personen, die nicht an die extreme Schärfe gewöhnt sind, Atemprobleme bekommen. Gegen die brennende Schärfe hilft nur Fett, also zum Beispiel Butter oder Milch, nicht aber Wasser. Das so scharf schmeckende Capsaicin der Chilis wirkt aber nicht auf die Geschmacksnerven, sondern auf die im Mundraum befindlichen Schmerzzellen, wird also eigentlich als Schmerz wahrgenommen.

3.) Curry

Curry ist kein Einzelgewürz, sondern eine Mischung aus bis zu 20 Gewürzen, die in Indien weite Verbreitung finden. Zu diesen Gewürzen zählen beispielsweise:

- Knoblauch

- Kreuzkümmel

- Chili

- Pfeffer

- Zitronengras

- Tamarinde

Die Hauptzutat des Currypulvers ist aber das Kurkuma, das dem Curry die goldgelbe Farbe verleiht.

4.) Ingwer

Dieses asiatische Gewürz liegt im Trend und begeistert viele Gourmets sowohl durch seinen leichten Bittergeschmack als auch durch seine brennende Schärfe. Ideal zu Geflügel, Lamm und Fisch.

5.) Kardamom

Das Aroma von Kardamom erinnert an Eukalyptus. Seine süßlich-scharfe Würze wird im Glühwein ebenso geschätzt wie im typisch orientalisch zubereiteten Kaffee (Beduinenkaffee) oder Tee.

6.) Knoblauch

Knoblauch zaubert einen Hauch von südländischem Flair in die Küche und gilt als "König der Gewürze". Dieses Universalgewürz eignet sich für mediterrane Speisen und Salate.

7.) Kümmel

Wie ein Gewürzhändler aus dem Internet erläutert, haben schon die Menschen der Steinzeit nachweislich Kümmel genutzt. Es ist ein typisches Solitärgewürz, das aufgrund seines extrem intensiven Eigengeschmacks nur schwer mit anderen Gewürzen harmoniert.

8.) Kreuzkümmel (Kumin)

Kreuzkümmel haben bereits die Römer und Ägypter als bitterscharfes Gewürz geschätzt. Gut mit anderen Gewürzen kombinierbar, passt Kumin zu allen exotischen Speisekreationen.

9.) Liebstöckel

Das Liebstöckelkraut, das auch unter dem Namen "Maggikraut" bekannt ist, hat hohe Würzkraft und wird vor allem für das Verfeinern von Suppen und Eintöpfen verwendet. Liebstöckel ist besonders in der ligurischen Küche verbreitet. Wegen der hohen Würzkraft ist es nur sparsam zu verwenden.

10.) Kurkuma (Gelbwurz, Indischer Safran)

Kurkuma ist ein Hauptgewürz der ayurvedischen Küche. Das Aroma ist leicht bitter und schmeckt deshalb ähnlich wie Ingwer. Kurkuma ist farbgebender Hauptbestandteil des Currypulvers.

11.) Koriander

Koriander passt besonders gut zu Kohlgerichten, Wild und Soßen. Dieses seit Jahrtausenden genutzte Gewürz wurde schon von den Pharaonen geschätzt und in deren Gräbern gefunden. Koriander würzt auch Spekulatius, Brot und Wurst.

12.) Majoran

Majoran, der seinen Ursprung in Anatolien hat, duftet süßlich und gilt als Symbol für eine glückliche Liebe. Wird gerne für Kartoffelgerichte und Suppen verwendet.

13.) Lorbeer

Lorbeerblätter sind ideal für die "saure" Küche. Gekaut können sie Trancezustände auslösen. Früher glaubte man daran, dass Lorbeerblätter die Pest heilen können.

14.) Nelken (Gewürznelken)

Gewürznelken sehen wie kleine Nägel aus, wovon sich auch der Name "Nelke" ableitet. Nelken wachsen auf Bäumen und stammen von den Gewürzinseln (Molukken, Ost-Indonesien). Nelken eignen sich ideal zum Verfeinern von Fisch und Fleisch.

15.) Oregano

Oregano gehört zur Mittelmeerflora und ist ein typisch italienisches Gewürz für Pizza und Pasta. Im Mittelalter glaubte man daran, mit Oregano Hexen und sogar den Teufel vertreiben zu können. Bis vor nicht allzu langer Zeit glaubten manche Frauen sogar daran, mit Oregano die Liebe ihrer Ehemänner stabilisieren zu können.

16.) Petersilie (Peterle, Petergrün)

Durch seine Feinwürzigkeit verfeinert Petersilie viele Gerichte nicht nur geschmacklich, sondern verbessert auch die Optik von Zubereitetem, so zum Beispiel auch die Optik von Soßen, Quark und Suppen.

17.) Rosmarin

Rosmarin ist ein bedeutendes Element der mediterranen Küche und gilt schon seit der Antike als Symbol der Treue. Der Geruch von Rosmarin ist etwas harzig und kampferartig. Rosmarin passt ideal zu mediterranen Gerichten.

18.) Safran

Echter Safran war schon immer etwas Edles und war lange Zeit nur den Königen vorbehalten. Ein Kilogramm Safran kostet auch heute noch so viel wie ein Kleinwagen. Gewonnen wird Safran aus den Narbenfäden von bestimmten Krokussen. Um ein Kilogramm Safran zu gewinnen, braucht man mehrere 10.000 Krokusblüten. Ideal ist Safran für mediterrane Fischsuppen (Bouillabaisse), aber auch für Fleischgerichte.

19.) Schnittlauch

Der scharf-würzige Schnittlauch wird vor allem für Quarkspeisen und Suppen verwendet.

20.) Thymian

Thymian duftet stark und verleiht Gerichten einen intensiven, bitter-würzigen Geschmack. Thymian passt ideal zu Salaten, aber auch zu Fleisch- und Gemüsegerichten, die eine besondere mediterrane Note verlangen.

21.) Vanille

Diese kletternde Orchideenart wird von Kolibris bestäubt. In der Küche profitieren nahezu alle Süßspeisen vom Vanillearoma, zum Beispiel Kuchen und Eis. Aber auch Fleisch- und Krustentiergerichte gewinnen durch das Vanillearoma an Geschmack.

22.) Wacholder

Mit ihrem intensiven, harzigen Aroma verfeinern blauschwarze Wacholderbeeren vor allem Wildgerichte. Auch für die geschmackliche Abrundung von Sauerkraut sind die Beeren ideal geeignet.

Wissenswertes zur Heilwirkung von Gewürzen

- Pfeffer: verdauungsfördernd, stoffwechselaktivierend

- Chili: regt den Kreislauf an, bakterizid

- Ingwer: magenfreundlich, lindert Rheuma und Muskelbeschwerden

- Kardamom: Aphrodisiakum für Männer, verdauungsfördernd

- Knoblauch: antiseptisch, antibakteriell, stärkt Herz und Kreislauf, begünstigt Blutfettwerte

- Kümmel: hemmt Blähungen, ist magenfreundlich

- Liebstöckel: harntreibend

- Kurkuma: nützlich bei Magen- und Nierenbeschwerden sowie bei Rheuma

- Koriander: beruhigt die Nerven

- Lorbeer: hilfreich bei Rheuma und Prellungen

- Nelken: helfen gut bei Zahnschmerzen und Entzündungen im Mund, reduzieren Blähungen

- Oregano: stimmungsaufhellend

- Petersilie: antidepressiv, harntreibend. Ist nicht für Schwangere geeignet!

- Rosmarin: hilft gegen Erschöpfung

- Safran: beruhigend, herzstärkend

- Thymian: hilfreich bei Atemwegserkrankungen, fiebersenkend

- Vanille: gegen Müdigkeit und Angst - Wacholder: wirkt appetitanregend

Unser gut gewürztes Fazit

Das passende Gewürz ist auch heute noch das Geheimnis exquisiter Kulinarik. Selbst die "deutsche Hausmannskost" verlangt nach einer im Umgang mit Gewürzen kenntnisreichen Küchenfee. Wer hier nur auf Pfeffer und Curry setzt, verpasst unglaublich viele und immer wieder neue lukullische Abenteuer.

(vo)
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