Zucker, Fett und Salz erkennen: Der farbige Nutri-Score als neues Nährwert-Logo

Zucker, Fett und Salz erkennen : Der farbige Nutri-Score als neues Nährwert-Logo

Das farbige Logo Nutri-Score soll Verbrauchern in Deutschland beim Lebensmittelkauf bald eine gesündere Ernährung erleichtern.

Nach jahrelangem Streit über eine klarere Kennzeichnung von Zucker, Fett und Salz sprach sich Bundesernährungsministerin Julia Klöckner für das in Frankreich eingeführte System aus. In einer offiziellen Verbraucherbefragung schnitt Nutri-Score am besten ab, wie die CDU-Politikerin am Montag in Berlin sagte. Sie will nun eine Verordnung vorlegen, die den Rechtsrahmen für eine freiwillige Verwendung des Logos auf der Vorderseite vieler Packungen schafft.

Die zusätzliche Kennzeichnung könne helfen, „die gesunde Wahl zur einfachen Wahl zu machen“, sagte Klöckner. In der Befragung im Auftrag des Ministeriums habe Nutri-Score in allen Fragestellungen an erster Stelle gelegen - bei der Frage, welches Modell in Deutschland eingeführt werden solle, mit 57 Prozent. Es folgte ein Modell, das das bundeseigene Max-Rubner-Forschungsinstitut auf Bitte des Ministeriums entwickelt hatte, mit 28 Prozent. In der Befragung mit 1600 Teilnehmern wurden seit Mitte Juli insgesamt vier Modelle zur Wahl gestellt.

Nutri-Score bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an - in einer fünfstufigen Skala von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes „C“ bis zu einem roten „E“ für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben. Dafür machen sich auch Verbraucherschützer, Ärzte und die SPD stark. Erste Produkte mit dem Logo sind bereits in deutschen Supermärkten zu kaufen.

Das neue Logo soll eine Ergänzung für die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle sein, die meist auf der Rückseite von Packungen steht und Angaben zu Zucker, Fett, Salz und Kalorien auflistet. Die Verordnung soll laut Klöckner noch im Oktober vorgelegt werden. Sie muss dann von der EU-Kommission gebilligt werden, und der Bundesrat muss zustimmen. Auch das Kabinett soll sich für die Bundesregierung als Ganzes damit befassen. Angestrebt wird, dass der neue Rechtsrahmen dann möglichst im kommenden Jahr steht.

In Deutschland gelten laut Ernährungsministerium 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Verbraucherschützer und Mediziner fordern seit langem ein stärkeres Gegensteuern etwa mit weiteren Kennzeichnungen, Werbebeschränkungen oder Extra-Steuern.

Umfrage im Auftrag des Lebensmittelverbands

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung