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Aachen: Hier kann man frischen Fisch kaufen

Genuss : Wo Fischliebhaber in der Region auf ihre Kosten kommen

Wo erhält man in Aachen und Umgebung eigentlich guten Fisch, Garnelen oder Muscheln? Unsere Redakteurin Belinda Petri hat sich umgeschaut.

Die Fischzucht Mohnen punktet bereits mit ihrem Werbespruch „Schöne Fische für die Region“. Philipp Mohnen (32) kümmert sich um den Aquakulturbetrieb mit Zuchtbecken in Gressenich, Schevenhütte und Untermaubach sowie Verkaufsstellen in Eschweiler-Weisweiler und Gressenich.

Seit 1958 existiert das Familien­unternehmen, in das Philipp Mohnen Mitte 2020 fest einstieg, nachdem er sich nach einem Jura­studium statt Kanzleikarriere in Düsseldorf doch für Fisch und Familienbetrieb entschieden hatte. Auch wenn er eher zufällig in der Fisch­zucht landete, die er bis dahin eher als Ferien­job beim Besuch von Oma und Opa kannte, hat er weitgehende Ideen bezüglich Nachhaltigkeit und Effizienz des Betriebes.

„Auch wenn es paradox klingt, als Land- oder Fischwirt besteht doch eine Verbindung zum Tier, wenngleich man weiß, wo es endet“, sagt er und beschreibt, dass bis zu 100.000 Fische pro Woche verkauft werden. Der überwiegende Teil davon sind lebende Fische, die als Besatzfische für Angelvereine und Angelseen, Fischereibetriebe mit Direktvermarktung und Verarbeitungsbetriebe, die möglichst frisch verarbeiten wollen, verkauft werden. Nur etwa 10 Prozent werden als Frischfisch oder Räucherfisch verkauft – teils in eigenen Verkaufsstellen, teils in regionalen Supermärkten.

2020 stieg Philipp Mohnen in   den Fischbetrieb seiner Familie ein. Auf Nachhaltigkeit und Effizienz legt er bei der„Fischzucht Mohnen“ wert.
2020 stieg Philipp Mohnen in den Fischbetrieb seiner Familie ein. Auf Nachhaltigkeit und Effizienz legt er bei der„Fischzucht Mohnen“ wert. Foto: MHA/Belinda Petri

Der Beststeller der im Haus geräucherten Fische ist die Forelle, gefolgt von Lachsforelle und Aal. Auf Vorbestellung sind auch geräucherter Saibling und Stör erhältlich. Beim Thema Dry Aged Fish gerät Philipp Mohnen ins Schwärmen, zusammen mit den Kölnern Niklas Herpertz und Hendryk Mielke von La Goonery beschäftigt er sich mit diesem neuen Genusstrend, der unter anderem im Sterne­restaurant St. Benedikt auf den Teller kommt.

Verkauft werden Forellen von Mohnen, frisch ausgenommen oder geräuchert, auch bei Fisch Zegel im Hit-Markt am Tivoli. Wim Zegel bietet dort eine große Auswahl an Fischen wie Seezunge, Seeteufel, Hering, Kabeljau, Scholle, Makrele, Karpfen oder Zander sowie exotische Sorten wie Wolfsbarsch, Goldbrassen, Tilapia, Pangasius, Thunfisch oder Black Tiger Gambas.

Der „andere“ Zegel, Jan und Kevin Zegel, ist mit Läden in Brand, Baesweiler und Roetgen in der Region vertreten und bietet dort frischen Fisch, Meeresfrüchte und Schalentiere, aber auch Backfisch und hausgemachte Fischbrötchen an.

Das ehemals von Zegel betriebene Fischgeschäft bei Rewe Stenten in Burtscheid wird seit Oktober 2022 von Patrick Crasson als La Poissonierie geführt. Das belgische Unternehmen mit Hauptsitz in Battice ist auch in Eupen und St. Vith vertreten. Angeboten werden neben Frischfisch (Lachs, Thunfisch, Dorade, Forelle, Kabeljau) auch wechselnde Gerichte wie Fischsalate, Fischlasagne oder Fischsuppe, die von eigenen Köchen zubereitet werden. Besonders beliebt sind die „Plateaux“, vielfältig zusammengestellte Platten mit Räucherfisch und Meeresfrüchten.

 Maik Prange berät die Kundschaft und empfiehlt als Koch gerne auch ausgefallenere Fischarten.
Maik Prange berät die Kundschaft und empfiehlt als Koch gerne auch ausgefallenere Fischarten. Foto: MHA/Belinda Petri

Maik Prange berät die Kundschaft und empfiehlt als Koch gerne auch ausgefallenere Fischarten wie den Knurrhahn, der nur mit etwas Zitrone gewürzt und im Ofen gebacken zu seinen Favoriten zählt. Sein Kollege Philipp Hunger ergänzt, dass die Qualität des Red Label Lachs ebenso für sich spräche wie die Auswahl an frischen Herz- oder Schwertmuscheln.

Demnächst sei ein Foodtruck vor dem Laden geplant, in dem Backfisch – und als eigene Kreation auch Fischgyros – zubereitet werde, denn die deutsche Kundschaft vermisse Backfisch und Kibbeling so wie im Urlaub, sagt Hunger und lacht: „Kleine kulinarische Unterschiede gibt es schon hier im Dreiländereck, da ticken Deutsche, Belgier und Niederländer dann doch alle etwas unterschiedlich.“

Dieser Sehnsucht der deutschen Kundschaft nach Backfisch kommen die Fischhändler auf den Wochenmärkten gerne nach, beispielsweise Schophoven, die auf Märkten in Aachen, Düren und Simmerath vertreten sind oder die Firma van Boom en Zonen, die unter anderem in Aachen-Brand neben Frischfisch und Muscheln für frisch zubereiteten Backfisch sorgen.