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Berlin: Zuhören und sacken lassen: So reagieren Azubis richtig auf Kritik

Berlin : Zuhören und sacken lassen: So reagieren Azubis richtig auf Kritik

Bei vielen Azubis naht das Ende der Probezeit - und oft steht nun ein Feedback-Gespräch mit dem Ausbilder an. Übt er in dem Gespräch Kritik, beginnen viele Jugendliche sich sofort zu verteidigen. Besser ist es aber, erst einmal tief durchzuatmen und sich zurückzuhalten, sagt Nico Schönefeldt.

Er ist Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Möglicherweise klärt sich im Verlaufe des Gesprächs, dass der Ausbilder einen ganz anderen Punkt kritisiert als ursprünglich gedacht. Außerdem besteht die Gefahr, im ersten Moment zu heftig zu reagieren - und mit einer unangemessenen, möglicherweise patzigen Antwort das Gesprächsklima unnötig zu verschlechtern.

Die wichtigste Grundregel für Jugendliche ist deshalb, den Ausbilder zunächst einmal ausreden zu lassen. Als Nächstes sollten Jugendliche nachfragen, wie die Kritik gemeint ist, rät Schönefeldt. Das beugt Missverständnissen vor. So könnten Azubis fragen: „Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass...”.

Sind sich Azubis sicher, dass sie den Kritikpunkt erfasst haben, sollten sie sich beim Ausbilder erkundigen, welches Verhalten er sich in den kritisierten Situationen gewünscht hätte. Eine gute Frage sei: „Was kann ich denn in Zukunft anders machen?”

Sind Jugendliche mit der Kritik nicht einverstanden, sollten sie im Feedback-Gespräch am besten erst einmal nichts sagen - sondern das Gesagte noch einmal überschlafen, rät Schönefeldt. Hat sich die erste Wut über die Kritik gelegt, können viele doch einen wahren Punkt in dem negativen Feedback erkennen.

Sind Jugendliche am nächsten Tag aber immer noch der Meinung, dass ihnen Unrecht geschieht, suchen sie am nächsten Tag am besten erneut das Gespräch mit dem Ausbilder.

(dpa)