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Wie Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter schützen

Berufsalltag : Wie Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter schützen

Unabhängig von Branche und Unternehmensgröße, gesunde, leistungsbereite Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital jedes Betriebs. Zeiten wie diese verdeutlichen das im Guten wie im Schlechten – das Potential, auf die Herausforderung Corona mit kreativen, nachhaltigen Lösungen zu reagieren ist in den Home Offices dieses Landes und in der Notversorgung unermesslich.

Ebenso weitreichend wird die Bedeutung derer augenfällig, die sich krankheits- oder quarantänebedingt einschränken müssen.

Mit den momentanen Auflagen des Gesetzgebers zum Kontaktverbot wird sowohl der Rahmen für das private Leben als auch das berufliche Leben gesteckt. Dieses Kontaktverbot einzuhalten gilt natürlich auch auf dem Weg zur Arbeit, denn trotz Home Office: nicht jeder Arbeitnehmer kann momentan zu Hause bleiben.

Welche Maßnahmen können Arbeitgeber jetzt treffen, um ihre Mitarbeiter über das gesetzliche Mindestmaß hinaus zu schützen?

Vorbeugende Maßnahmen im Büro

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonen nach wie vor, dass Hygiene der beste Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus ist. Gerade Arbeitgeber sind daher in der Pflicht, ihre Mitarbeiter entsprechend zu informieren und notfalls auch zu schulen.

In der Regel werden bestimmte Hygienevorschriften zum ohnehin an prominenten Orten im Unternehmen aushängen, wo diese für alle Beschäftigten zugänglich und einsehbar sind. Diese sollten gerade jetzt durch konkrete Richtlinien zum Gesundheitsschutz sinnvoll ergänzt werden!

Auf Handhygiene achten

In der aktuellen Situation kann es darüber hinaus sinnvoll sein, beispielsweise in sanitären Einrichtungen Desinfektionsmittel oder bestimmte Hygieneartikel zur Händedesinfektion zur Verfügung zu stellen. Allerdings muss bei diesen Mitteln darauf geachtet werden, dass sie viruzid sind, also gegen das Virus wirken.

Grundsätzlich empfiehlt sich außerdem, auf gründliche Handhygiene und Husten- und Niesetikette hinzuweisen. Dazu gehört, Gesundheitsschutz dass

  • Mitarbeiter sich nicht in die Hände niesen oder husten, sondern am besten in die Ellbogenbeuge.
  • Mitarbeiter keine Baumwolltaschentücher verwenden, die sie wohlmöglich mehrmals benutzen. Stattdessen sollten sie auf Papiertaschentücher zurückgreifen und diese Tücher nach dem einmaligen Gebrauch sofort entsorgen.
  • Mitarbeiter sich gründlich die Hände waschen und sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht oder an den Mund fassen sollen.
  • Mitarbeiter darauf verzichte sich die Hände zu schütteln.

Insgesamt gilt zurzeit in jedem Betrieb: Wenn Arbeitgeber trotz Kontaktverbot ihre Mitarbeiter im Büro benötigen, müssen hier alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Dazu sollten soweit möglich Arbeitgeber Desinfektionsmittel, Seife und gegebenenfalls Masken und Handschuhe vorhalten. Nur wenn diese Ressourcen vorhanden sind, lassen sich die Hygieneauflagen auch einhalten.

Meetings und Kundenkontakte

Selbst wenn es zunächst wie ein eklatanter Eingriff wirken mag: das Verbot von – auch inländischen! - Dienstreisen und Meetings mit mehr als drei Personen minimiert Kontakte und ist eine sinnvolle Einschränkung, die Arbeitgeber umsetzen sollten. Sie komplettiert die bundesweite gesetzliche Regelung, nach der sich nicht mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit gemeinsam aufhalten dürfen.

Viele Meetings können durch Videokonferenzen ersetzt werden und jeder Mitarbeitende, der im Home Office bleiben kann, verringert das Ansteckungs- und Übertragungsrisiko für jeden, der ihm auf dem Weg ins Büro begegnen würde. Auch wenn die Umsetzung des mobilen Arbeitens manche Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor neue Herausforderungen stellen kann: Jetzt ist der Zeitpunkt, sie innovativ und mutig anzugehen.

Wer seinen Mitarbeitern im Rahmen des mobil möglichen Arbeitens jetzt das Vertrauen in die Selbstorganisation im Home Office schenkt, wird auch nach überstandenem Kontaktverbot gestärkt aus der Isolation zurückkommen. Denn so lernen Führungskräfte und Teams gleichermaßen, sich auf digitale Optionen zu verlassen, sicher mit ihnen umzugehen und eigenverantwortlich überall verlässlichen Beitrag zu leisten.

Vorbeugende Maßnahmen in Dienstleistungsberufen

Besonders groß ist die Sorgfaltspflicht der Arbeitgeber für Mitarbeiter, die gerade Kundenkontakt nicht vermeiden können und für die übrige Bevölkerung Supermärkte, Informationszentren, Notfallbetreuungsangebote oder Poststellen offenhalten. Hier gelten die oben beschriebenen Hygienemaßnahmen selbstverständlich auch.

Zusätzlich dürfen sich die Mitarbeiter möglichen infizierten Kunden nicht wehrlos ausgesetzt fühlen, hier können Unternehmen Vorkehrungen treffen. Beispielsweise ist das Einrichten von Abstandshaltern und Schutzwänden genauso eine Möglichkeit wie das Regulieren von Kundeneinlassmengen oder Zuliefererkontakten.

Betriebsarzt

Je nach Größe des Unternehmens gibt es Betriebsärzte. Sie sind in erster Linie dazu da, die Unternehmen bei Fragen der Arbeitssicherheit zu beraten. Außerdem helfen sie dem Arbeitgeber dabei, seiner Fürsorgepflicht seinem Personal gegenüber nachzukommen.

Heilend werden Betriebsärzte in aller Regel nicht tätig. Das bedeutet, dass sie erkrankte Mitarbeiter nicht behandeln und auch keine Medikamente verschreiben. Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch, dass sie eine Verdachtsdiagnose nicht hinterfragen dürfen.

Sollte der Betriebsarzt allerdings selbst den Verdacht haben, ein Mitarbeiter könnte sich mit dem Coronavirus infiziert haben, kann er einen niedergelassenen Arzt informieren. So kann vermieden werden, dass der potenziell mit dem Coronavirus infizierte Mitarbeiter eine Hausarztpraxis aufsucht und weitere Personen ansteckt.

Der Betriebsarzt ist somit der erste Ansprechpartner für Mitarbeiter und kann darauf achten, dass alle weiteren Schritte bestmöglich ablaufen.

Außerdem kommt dem Betriebsarzt eine weitere wichtige Aufgabe zu, die mit der Arbeitssicherheit in engem Zusammenhang steht: Durch die Hinweise und die Einhaltung der Hygienemaßnahmen kann eine Infektion mit dem Coronavirus nämlich vermieden werden. Der Betriebsarzt hat die nötigen Kenntnisse, den Arbeitgeber dabei zu unterstützen, die Empfehlungen zum Infektionsschutz umzusetzen.

Transparente Kommunikation und Krankheitsreporting

In diesem Stadium der Corona-Ausbreitung hat der Gesetzgeber Schutzmaßnahmen erlassen, die auch im Arbeitsleben Kontakte minimieren und nur notwendige Berufsgruppen eine Notversorgung aufrechterhalten. Über diesen gesetzlich verordneten, wirksamen Schutzschirm hinaus, gibt es weitere Aufgaben im Gesundheitsschutz, die der Gesetzgeber keinem Unternehmen abnehmen kann. Denn was für viele Mitarbeiter gerade genauso relevant wie das Virus selbst ist, sind Ängste vor Jobunsicherheit und Panikmache durch Fehlinformationen.

Hier kann jeder Arbeitgeber dazu beitragen, die mentale Gesundheit seiner Mitarbeiter zu stärken durch präventive, offene Krisenkommunikation der Vorgesetzten. Jeder, auch das Unternehmen selbst, ist in einer neuen Lage, dies ich täglich ändern kann. Gespräche auf Augenhöhe und eine klare, unternehmensweite Kommunikation trägt dazu bei, dass alle Mitarbeiter über die aktuellsten Entwicklungen im Unternehmen informiert sind.

Dazu gehört auch, dass Mitarbeiter ermutigt werden, sich bei Symptomen frühzeitig krankzumelden. Denn mit einem verlässlichen Krankheitsreporting können Unternehmen frühzeitig die Corona-Folgen für die Prozesse im Betrieb absehen und proaktiv reagieren.