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Wie melde ich ein Gewerbe an?

To do : Wie melde ich ein Gewerbe an?

Da in Deutschland Gewerbefreiheit herrscht, darf jeder ein oder sogar mehrere Gewerbe führen. Allerdings ist die Führung eines Gewerbes selbstredend mit rechtlichen Pflichten verbunden. So muss zum Beispiel jeder, der einer gewerblichen Tätigkeit nachgeht, sein Gewerbe auch anmelden.

Bei Nichtanmeldung sieht man sich früher oder später im Konflikt mit dem Fiskus. Gemäß §14 der Gewerbeordnung ist jeder Selbstständige verpflichtet, seine gewerbliche Tätigkeit auch anzuzeigen. Hiervon ausgenommen sind Freiberufler, Wissenschaftler und Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft.

Wann spricht man von einem Gewerbe?

Gewerbetreibender ist jeder, der regelmäßig und dauerhaft auf eigene Rechnung und Verantwortung arbeitet. Dabei ist es elementar, dies mit der Absicht auf Gewinnerzielung geschieht. Ausgenommen sind hiervon freie Berufe und alle land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsbereiche, die Fischerei und der Bergbau.

Wo wird ein Gewerbe angemeldet?

Die Gewerbeanmeldung erfolgt bei den örtlich zuständigen Gewerbe- und/oder Ordnungsämtern des Wohnortes. In einigen Städten sind diese Ämter im Rathaus, Bürgeramt oder auch Bezirksamt zu finden. Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Digitalisierung bieten mittlerweile viele Städte einen Onlineservice an und stellen entsprechende Anträge zur Gewerbeanmeldung als Download zur Verfügung.

Diese Unterlagen sind für die Gewerbeanmeldung wichtig

Jeder hat wahrscheinlich bereits dir frustrierende Erfahrung gemacht, nach einer langen Wartezeit in der öffentlichen Behörde aufgrund fehlender Unterlagen abgewiesen zu werden. Daher ist es wichtig, vorher alle notwendigen Dokumente bereitzulegen.

Neben dem gültigen Personalausweis oder bei ausländischen Mitbürgern ein gültiger Reisepass mit Meldebescheinigung bzw. eine gültige Aufenthaltsgenehmigung, werden für erlaubnispflichtige Gewerbe noch weiter Unterlagen benötigt. Je nach Art des Gewerbes müssen zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis oder auch Erlaubnisnachweise vorgelegt werden. Bei Unsicherheit zu dieser komplexen Thematik ist es ratsam, sich vorab von Experten beraten zu lassen und alle notwendigen Informationen von fachkundiger Stelle einzuholen.

Diese Kosten entstehen

Da die Anmeldung eines Gewerbes einen Verwaltungsakt darstellt, ist dieser mit einer Gebühr verbunden. Diese Gebühr fällt von Stadt zu Stadt meist unterschiedlich aus und beläuft sich in der Regel auf einen Betrag zwischen 15,- und 60,- Euro. Die Gebühr ist in der Regel in bar zu entrichten, einige wenige Städte bieten auch eine EC-Kartenzahlung an.

Was sind die Folgen einer Gewerbeanmeldung?

Nach der Anzeige des Gewerbetreibenden über das Gewerbe wird das entsprechende Amt den Vorgang, je nach Art des Gewerbes, an mehrere Behörden weiterleiten.

Dazu gehören:

  • Finanzamt
  • IHK
  • Handwerkskammer
  • Handelsregistergericht
  • Berufsgenossenschaft
  • Staatl. Gewerbeaufsichtsamt
  • Eichamt

Daraus resultiert, dass einige Tage nach der Anmeldung des Gewerbes Post der entsprechenden Behörde eintreffen wird. Nun wird man aufgefordert, weitere Angaben zu seiner Tätigkeit zu machen.

Gewerbe an- oder ummelden

Alle Veränderungen, die das Gewerbe des Gewerbetreibenden betreffen, muss dieser gemäß §14 Gewerbeordnung dem Gewerbeamt anzeigen. Dies gilt demzufolge auch, für die Aufgabe eines Gewerbes. Gleiches trifft bei einer Adressänderung zu. Auch hierfür stellen mehr und mehr Gewerbeämter entsprechende Onlineformulare zur Verfügung.

Gewerbeanmeldung für Klein-/Nebengewerbe

Auch im Rahmen der Aufnahme eines Klein- bzw. Nebengewerbes müssen Selbständige sowie Arbeitnehmer, welche sich nebenberuflich selbständig machen, das örtlich zuständige Gewerbeamt aufsuchen, um die Anmeldung durchzuführen. Für die Anzeige selbst hält das Gewerbeamt dasselbe Formular bereit, welches auch für die Anmeldung eines “normalen” Gewerbes ausgefüllt werden muss. Die Gewerbeordnung sagt nämlich aus, dass es unerheblich ist, ob man das Gewerbe nebenberuflich oder hauptberuflich ausübt.

Lediglich bei den Angaben für das Finanzamt gibt es einen Unterschied. Bei der Ausübung eines Kleingewerbes ist beim zuständigen Finanzamt anzugeben, dass das Unternehmen im Rahmen der Kleinunternehmerregelung geführt wird.

Handwerker, Gastronomen und andere erlaubnispflichtige Gewerbe

Erlaubnispflichtige Gewerbe bilden grundsätzlich eine Ausnahme bei der Art der Anmeldung und mit erhöhtem Dokumentenaufwand verbunden. Beispielsweise ist die Eröffnung eines Gewerbes in der Gastronomie an einige Auflagen gebunden. Ob das gewünscht Gewerbe erlaubnispflichtig ist, kann am besten bei der IHK oder auch der Handwerkskammer erfragt werden. Dort erfährt man die zu erfüllenden Anforderungen, um das Gewerbe betreiben zu dürfen.