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Was bedeutet eigentlich Corporate Design und wie wirkt es?

Offizielles Erscheinungsbild : Was bedeutet eigentlich Corporate Design und wie wirkt es?

Große Unternehmen und Konzerne legen viel Wert darauf, sich durch ein eingängiges Corporate Design mit einem hohen Wiedererkennungswert zu präsentieren. Aber auch Start-ups tun gut daran, sich beizeiten ein geeignetes Erscheinungsbild zuzulegen. Doch was versteckt sich hinter diesem Corporate Design und wie wichtig ist es wirklich?

Erkennungsmerkmal Corporate Design

Das Corporate Design ist ein Bereich der sogenannten Corporate Identity, was das Selbstbild jeder Firma darstellt. Dieses Selbstbild soll auch nach außen öffentlichkeitswirksam präsentiert werden. Dazu dienen verschiedene Maßnahmen, die alle einen Teilbereich des Selbstbildes ausmachen. Hierzu zählen beispielsweise auch das Verhalten des Benehmens in der Außenwirkung (gegenüber Kunden, Partnern, Lieferanten und der Öffentlichkeit), auch Corporate Behaviour genannt sowie die interne und externe Unternehmenskommunikation (Corporate Communication).

Beispiele für das Corporate Design

Das Corporate Design soll in allen Bereichen das Unternehmen nach außen darstellen. Hierzu zählt das Firmenlogo, das Firmengebäude oder auch das passende Erscheinungsbild des Fuhrparks. Mitarbeiter könnten beispielsweise dieselben Uniformen, Kostüme oder zumindest T-Shirts tragen (unternehmensabhängige passende Kleidung).

Ein gutes Beispiel dafür ist die bekannte amerikanische Fastfood-Kette, die schon von Weitem durch den gelben Großbuchstaben auf sich aufmerksam macht.

Das ausgeklügelte Logo kann ein Unternehmen samt Firmengebäude und Webseite durch ein einprägsames Logo von der Konkurrenz abheben und sich damit überall werbewirksam präsentieren. Dieser Effekt wird im gesamten Marketing verwendet und von professionellen Partnern entsprechend umgesetzt.

  Visitenkarten sind ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung des Corporate Design: Die Entwürfe müssen dringen auch im kleinen Format funktionieren.
 Visitenkarten sind ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung des Corporate Design: Die Entwürfe müssen dringen auch im kleinen Format funktionieren. Foto: Firmbee / Pixabay.com (CC0 1.0)

Der hohe Wiedererkennungswert wird beispielsweise bei Werbegeschenken ideal hervorgehoben. Hier ist das Corporate Design leicht anzubringen und verweist bei jedem Gebrauch des Geschenkes automatisch auf das schenkende Unternehmen. Dabei sind allerdings einige wichtige Punkte zu berücksichtigen.

Werbung und Marketing mittels Corporate Design

Die Werbung mit dem Corporate Design hat einen positiven Effekt auf die Bekanntheit des Unternehmens. Beispielsweise ist es beliebt, Kugelschreiber in der Firmenfarbe und mit dem entsprechenden Logo oder Maskottchen an Kunden und Lieferanten zu verschenken. Der psychologische Effekt liegt auf der Hand. Jeder Kunde, der den Kugelschreiber täglich benutzt, ist vertraut mit dem Logo und greift bei der nächsten Bestellung unterbewusst wieder zu diesem Unternehmen.

Durch ein ausgeklügeltes Konzept kann das Corporate Design auch äußerst effektiv auf Messen und Veranstaltungen aber auch auf Flyern und Werbeplakaten eingesetzt werden. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass diese Art der Werbung keinen psychologischen Kaufzwang auf Kunden ausüben darf. Werbegeschenke sind nämlich nur als unentgeltliche Zuwendung zulässig, wenn sie nicht gezwungenermaßen mit einem Warenkauf oder der Bestellung einer Dienstleistung zusammenhängen.

Wie wichtig ist das Corporate Design?

Jedes Unternehmen sollte durch ein aussagekräftiges Corporate Design repräsentiert werden, das dem Kunden nicht nur visuell in Erinnerung bleibt, sondern möglichst auch in Zusammenhang mit dem Produkt oder den Firmenwerten steht. Es muss zum Unternehmen passen und dieses samt seinen Waren oder Dienstleistungen von der Konkurrenz abheben und gleichzeitig professionell und seriös wirken.

Aus diesem Grund sollten Firmen stets ein hervorragend durchdachtes Konzept für das Corporate Design entwickeln. Es zieht sich dann über alle Teile des Unternehmens hin: angefangen vom Logo auf dem Gebäude und der Webseite, aber auch auf Briefpapier, Visitenkarten, Broschüren oder dem firmeneigenen Fuhrpark.

Damit das Design wirklich zum Unternehmen passt und einen guten Eindruck hinterlässt, werden normalerweise Profis in diesen Prozess mit einbezogen. Sie achten nicht nur auf ein modernes Logo, sondern auch auf die idealen Farben und eine gut lesbare Schriftart, die auch in kleinen Schriftgrößen gut erkannt wird.

Wofür steht das Corporate Design und wie wirkt es?

In erster Linie soll es einzigartig sein, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Es soll einen hohen Wiedererkennungswert besitzen, welcher gleichzeitig werbewirksam und imagebildend ist. So kann das Unternehmen jederzeit, im Idealfall weltweit, schnell erkannt und zugeordnet werden.

Ein gut gewähltes Design bleibt in der Regel Jahrzehnte lang bestehen und wird auch nach einem Generationswechsel in einem Großkonzern stets beibehalten. Auf diese Weise bilden sich Traditionsmarken heraus, die sowohl Großeltern als auch Enkel kennen. Das Design wird meist nur in besonders wichtigen Fällen geändert, da die Werbemaßnahmen dann praktisch von Neuem beginnen müssen, um das neue Image mit dem bestehenden Unternehmen in Übereinstimmung zu bringen.

Der Wiedererkennungswert ist auch bei Medien wichtig. Daher kommt das Corporate Design auch bei Medien, Rundfunk- und Fernsehanstalten, öffentlichen Einrichtungen oder der Regierung zum Tragen. Auch sie verwenden eine sogenannte Bildwortmarke oder ein Corporate Design.

Styleguides und Corporate Design Manuals

Umfangreiche Vorgaben, die alle Teile des Corporate Designs umfassen, werden von den Unternehmen in einem Styleguide oder in Design Manuals festgehalten. Darin können die Firmen alle Gestaltungsrichtlinien erfassen, definieren und regeln. Wie das Handbuch genau auszusehen hat, ist nicht vorgeschrieben. Jedes Unternehmen kann alle wichtigen Vorgaben ganz individuell, aber möglichst sinnvoll strukturiert festhalten.

Damit wird gleichzeitig auch jede neue Idee und jede neue Regel dokumentiert, sodass der Style Guide individuell und flexibel mit dem Unternehmen mitwachsen kann. Je nach Firmengröße kann die Erstellung eines solchen Styleguides ziemlich lange dauern. Eines der ersten und bekanntesten Exemplare entstand 1956 im Unternehmen IBM.

Was damals in Papierform geführt wurde, kann heute auch in digitaler Form umgesetzt werden. Hier sind die Firmen völlig frei und können je nach Möglichkeit, Bedarf und finanziellem Rahmen sowie Verwaltungsaufwand entscheiden, welche Form für sie ideal ist.