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Stuttgart: Vor Aufnahme eines Nebenjobs Blick in den Arbeitsvertrag werfen

Stuttgart : Vor Aufnahme eines Nebenjobs Blick in den Arbeitsvertrag werfen

Wer neben seinem Hauptjob noch einen zweiten Job übernehmen möchte, schaut am besten in seinen Arbeitsvertrag. Im Grundsatz kann der Arbeitgeber es seinen Mitarbeitern nicht verbieten, eine Nebentätigkeit aufzunehmen, sagt Prof. Jobst-Hubertus Bauer. .

Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Stuttgart. Doch viele Firmen möchten über die Zweitjobs zumindest Bescheid wissen. Häufig sind deshalb in Arbeitsverträgen Klauseln zu finden, die besagen, dass der Mitarbeiter den Arbeitgeber vor Aufnahme einer Nebentätigkeit informieren muss. Ist das der Fall, sollten Mitarbeiter Bescheid sagen, sonst droht ihnen eine Abmahnung

Steht im Arbeitsvertrag nichts zum Thema Nebenjob, müssen Mitarbeiter den Chef nicht einweihen. Eine Sonderregelung gibt es für Beamte: Sie müssen dem Arbeitgeber eine Nebentätigkeit immer anzeigen und sie sich auch genehmigen lassen.

Doch selbst wenn im Arbeitsvertrag nichts steht, ist nicht jeder Nebenjob erlaubt: Heikel wird es, wenn der Mitarbeiter dem Arbeitgeber mit dem Nebenjob Konkurrenz macht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Friseur nach Feierabend auf eigene Rechnung Haare schneidet. Wer das ohne Erlaubnis macht, handelt sich im schlimmsten Fall sogar eine fristlose Kündigung ein.

Der Arbeitgeber kann einen Nebenjob außerdem untersagen, wenn Mitarbeiter dadurch gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen. Das schreibt zum Beispiel vor, dass sie im Durchschnitt nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Außerdem sieht das Gesetz eine Nachtruhe von mindestens elf Stunden vor. Außerdem können Arbeitgeber den Nebenjob untersagen, wenn ein Mitarbeiter aufgrund der Doppelbelastung seine Leistung nicht wie gehabt erbringt.

(dpa)