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Mainz: Versicherungsschutz kann bei Arbeitsweg außer der Reihe entfallen

Mainz : Versicherungsschutz kann bei Arbeitsweg außer der Reihe entfallen

Arbeitnehmer sind auf dem Weg zur Arbeit unter Umständen nicht gesetzlich unfallversichert, wenn sie anstatt von zu Hause von einem anderen Ort losfahren. Das gilt zumindest dann, wenn der Weg dann mehr als acht mal so lang ist wie die übliche Strecke und der Aufenthalt an dem Ort allein private Gründe hat.

Das hat das Landessozialgericht (LSG) Rheinland-Pfalz entschieden (Az.: L 4 U 225/10). Auf das Urteil weist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

In dem verhandelten Fall fuhr ein Mann an einem Morgen von der Wohnung seiner damaligen Verlobten zur Arbeit. Die Wohnung liegt rund 55 Kilometer von seiner Arbeitsstelle entfernt. Der Weg von seiner eigenen Wohnung war nur etwa 6,5 Kilometer lang. Unterwegs hatte der Mann einen Unfall und wurde an der Wirbelsäule verletzt. Die Unfallkasse lehnte die Anerkennung eines Wegeunfalls ab. Der längere Weg zur Arbeit sei nicht durch die betriebliche Tätigkeit geprägt.

In erster Instanz hatte der Mann mit seiner Klage noch Erfolg. Das Landessozialgericht hob die Entscheidung allerdings auf und wies die Klage des Mannes ab. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass der Arbeitnehmer die Wohnung seiner Verlobten nicht wie seine eigene genutzt habe, sondern dort vielmehr nur zu Besuch war. Die Differenz zwischen den beiden Arbeitswegen sei außerdem unverhältnismäßig. Von einem versicherten Arbeitsweg sei deshalb nicht auszugehen.

(dpa)