1. Leben
  2. Bildung und Beruf

Mainz: Unternehmen muss Bewerber nicht über Kurzarbeit informieren

Mainz : Unternehmen muss Bewerber nicht über Kurzarbeit informieren

Unternehmen müssen Bewerber vor der Einstellung nicht auf eine angespannte wirtschaftliche Lage hinweisen. Das entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz und wies damit die Klage eines Arbeitnehmers auf Schadenersatz ab (Aktenzeichen: 3 Sa 247/12).

In dem Fall war der bei einem anderen Arbeitgeber fest angestellte Kläger von einem Headhunter für das beklagte Unternehmen angeworben worden. Als ihm das Unternehmen noch in der Probezeit kündigte, verlangte der Arbeitnehmer Schadenersatz. Er begründete die Forderung damit, dass das Unternehmen bereits vor seiner Einstellung in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesteckt habe, über die er aber nicht informiert worden sei. Hätte er gewusst, dass im Betrieb in einer anderen Abteilung Kurzarbeit angeordnet worden sei, hätte er seine alte Arbeitsstelle nicht aufgegeben.

Die Richter folgten dieser Argumentation nicht. Der Kläger habe mit der Zustimmung zu einem Arbeitsvertrag mit Probezeit gewusst, worauf er sich einlasse. Zudem sei er auch nicht wegen allgemeiner wirtschaftlicher Schwierigkeiten gekündigt worden, sondern weil er mit dem Arbeitgeber vereinbarte Vertriebsziele nicht erreicht habe. Schließlich konnten die Richter auch keinen Zusammenhang zwischen der angeordneten Kurzarbeit in der IT-Abteilung und der Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Vertriebsmanager erkennen.

(dapd)