Styling und Kleidung: Do's und Dont's für das Bewerbungsgespräch

Styling und Kleidung : Dos und Don’ts für das Bewerbungsgespräch

Groß ist die Aufregung vor dem Vorstellungsgespräch bei den meisten Bewerbern. Auch wenn die eigenen Unterlagen bereits für eine Einladung zum persönlichen Kennenlernen gesorgt haben, bleibt eine gewisse Unsicherheit zurück. Das trifft auch auf weibliche Bewerber zu, die sich häufig intensiv mit ihrem Erscheinungsbild im wichtigen Karrieremoment beschäftigen. Dabei aber kann einiges schief gehen. Die wichtigsten Fehler und wie sie sich vermeiden lassen.

Kleidung: Professionalität ist wichtig

Ein Fehler, der bei Bewerbungsgesprächen häufig passiert: Die Kleidung wird mit zu viel Enthusiasmus ausgewählt und passt letztlich eher zu festlichen Anlässen als in das berufliche Umfeld. Mit viel Glitzer und Accessoires jedoch verspielen Frauen ihre professionelle Wirkung. Besser ist es, ein Outfit zu wählen, das sich auch für offizielle Meetings eignet. Gut passen hier beispielsweise Hosenanzüge oder schlichte Jumpsuits.

Farblich sollten Frauen nicht zu sehr auftrumpfen, um mögliche Irritation bei ihrem Gesprächspartner zu vermeiden. Für das Vorstellungsgespräch eignen sich Töne wie

  • Schwarz,
  • Weiß,
  • Beige,
  • Dunkelblau,
  • Hellrosa
  • oder auch Braun.

Auch sollte die Kleidung nicht zu stark gemustert sein. Im Alltag kommt der Mustermix zwar gerade in Mode, karriereförderlich ist ein wildes Durcheinander aber kaum. Wer gerne Muster trägt, beschränkt sich besser auf eines und setzt es gekonnt als Detail ein. Gestreifte Blusen oder Oberteile mit Karos und einem leichten Blumenmuster kommen beim künftigen Chef gut an.

Ein weiterer Fehler, den sich Bewerberinnen besser verkneifen: Oberteile mit Schriftzug. Natürlich ist es wichtig, dem potenziellen Arbeitgeber Einblicke in die eigene Persönlichkeit zu bieten. Prangt auf dem Oberkörper der Bewerberin jedoch eine Message, kann das irritieren. Im schlimmsten Fall glaubt das Gegenüber, durch die Nachricht auf der Kleidung beeinflusst werden zu sollen.

Schuhe: Dezent und passend

20,4 Paar Schuhe besaß die durchschnittliche Frau in Deutschland laut einer Statistik aus 2017. Im Schuhschrank stehen dabei nicht nur businesstaugliche Modelle, sondern auch solche, die beim Vorstellungsgespräch keinen guten Eindruck machen. Absolute Don'ts bei Schuhen sind:

  • abgetragene Sneakers,
  • aufreizende Stilettos,
  • Schuhe mit viel Glitzer oder schriller Färbung,
  • Schuhe, deren Farbe sich mit dem Outfit beißt
  • und allzu legere Modelle.

Frauen greifen daher besser zu Schuhmodellen mit seriösem Charakter. Pumps mit nicht allzu hohem Keilabsatz kommen genauso gut an wie schlichte Ballerinas. Wer gerne hohe Schuhe trägt, konzentriert sich auf Modelle in dezenten Farben wie Schwarz oder Dunkelblau. Findet das Bewerbungsgespräch im Sommer statt, sollten die offenen Sandalen besser zu Hause bleiben. Sie passen besser an den Strand als in Unternehmen. Eine gute Alternative sind Pumps mit offener Spitze.

Extra-Tipp: Frauen, die vorne offene Schuhe tragen, sollten sich vor dem Bewerbungsgespräch eine gute Pediküre gönnen. Lackierte Fußnägel wirken gepflegt und machen einen besseren Eindruck.

Make-Up: Nicht zu dick auftragen

Wie das Staufenbiel Institut in einer Studie gemeinsam mit Kienbaum herausfand, achten rund 82 Prozent der Personaler in Unternehmen bereits beim Sichten der Bewerbung auf das Foto. Das Gesicht eines Bewerbers also scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Das ist logisch, denn anhand der Mimik lässt sich vieles erkennen.

Frauen, die zum Vorstellungsgespräch eingeladen sind, sollten nicht den Fehler machen, sich allzu stark zu schminken. Hinter intensiven Smokey Eyes, knallrotem Lippenstift und deutlich sichtbarem Rouge vermuten manche Personaler möglicherweise den Wunsch, etwas zu verbergen. Starkes Make-Up wirkt dann nicht mehr anziehend, sondern verkörpert eine gewisse Unsicherheit. Wer jedoch nach einer starken Mitarbeiterin sucht, wird sich auch Selbstbewusstsein und Natürlichkeit wünschen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass viel Schminke im Stress des Gesprächs verlaufen kann. Nichts ist unangenehmer als Mascara-Spuren auf den Wangen oder ein verwischter Lippenstift. Wer dann versucht, die typischsten Fragen im Bewerbungsgespräch professionell zu beantworten, wie möglicherweise dennoch nicht richtig ernst genommen.

Klares Do in diesem Fall ist folglich ein dezentes und natürliches Make-Up. Die Foundation sollte nicht zu dunkel ausfallen, das Rouge eher als leichter Schimmer zu sehen sein und auf den Augen lohnt sich der Einsatz schlichter Farben wie Beige, Hellbraun oder Rosé. Wer sich gerne die Lippen schminken möchte, greift zu dezenten Nuancen oder nutzt transparenten Gloss.

Parfum: Vorsicht Reizüberflutung

Vor dem Bewerbungsgespräch Parfum aufzutragen, ist in aller Regel sinnvoll. Auch ein gutes Deo hilft gegen plötzlichen Schweißgeruch. Nicht vergessen sollten Frauen dabei jedoch, dass solche Gespräche für gewöhnlich in kleinen Meetingräumen stattfinden. Der Luftaustausch vor Ort ist mangelhaft, weswegen stark duftende Parfums anwesenden schnell zu dominant werden können.

Zu den Don'ts in puncto Parfum gehören daher solche mit sehr starken und schweren Noten. Moschus oder Patchouli bleiben also besser anderen Anlässen vorbehalten. Florale Nuancen oder auch leichte Noten von Zitrus, Reisdampf oder dezente Vanille kommen deutlich besser an und verursachen beim Gegenüber keine Kopfschmerzen. Aufgetragen werden sollte das Parfum maßvoll, denn auch die zurückhaltendsten Noten können bei ausufernder Nutzung schnell stark riechen.

Haarstyling: Überraschend starke Wirkung

Die eigenen Haare tragen Frauen meist so, wie es ihnen am besten gefällt. Das ist auch im Bewerbungsgespräch wichtig, um selbstbewusst auftreten zu können. Sich mit der ausgewählten Frisur nicht wohlzufühlen, führt nicht selten zu unvorteilhafter Körperhaltung oder auch ständigem Berühren der Haare.

Bei der Wahl de Lieblingsfrisur gibt es jedoch klare Fehler, die einem professionellen Erscheinungsbild den Garaus machen. Karrierebibel weist auf eine Umfrage hin, laut der chaotische Frisuren mit einer ebenso chaotischen Arbeitsweise verknüpft werden. Auch allzu voluminöse Mähnen bringt mancher Personaler mit mangelnder Führungskompetenz in Verbindung. Gleiches gilt für zu aufwändige Frisuren, die schlicht unpassend wirken.

Frauen sollten sich daher überlegen, welche Wirkung ihr Haar haben soll. Wollen sie stark, verantwortungsbewusst und professionell auftreten, sind Flechtzöpfe nicht das ideale Mittel. Besser kommen Pferdeschwanz, schlichte Hochsteckfrisur oder offenes, aus dem Gesicht gekämmtes Haar an. So kann sich das Gegenüber auf Mimik und Gestik seiner Bewerberin konzentrieren, ohne von deren Frisur abgelenkt oder gar irritiert zu werden.

(vo)
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