Nürnberg: Noch offene Ausbildungsplätze nicht zu kritisch sehen

Nürnberg : Noch offene Ausbildungsplätze nicht zu kritisch sehen

Da zum 1. August in vielen Fällen das Lehrjahr bereits begonnen hat, sieht mancher die noch freien Stellen kritisch. Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz hat und noch auf der Suche ist, denkt vielleicht, das nur noch unbeliebte Lehrstellen frei sind.

Doch das ist ein falscher Schluss, sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. Häufig seien Ausbildungsplätze schon einmal besetzt gewesen. Der ausgewählte Bewerber ist dann aber kurzfristig wieder abgesprungen, weil er zum Beispiel noch länger zur Schule gehen will oder einem Konkurrenzbetrieb den Vorzug gegeben hat.

Außerdem schreiben vor allem kleinere Betriebe etwa im Handwerk ihre freien Lehrstellen nicht selten erst spät aus. Das liegt daran, dass viele erst im Juli wissen, ob die bisherigen Azubis die Gesellenprüfung bestanden haben. Ist das nicht der Fall, bleiben sie bis zur Nachholprüfung im Betrieb - und dann gibt es möglicherweise gar keinen Platz für einen neuen Lehrling. Jugendliche sollten sich deshalb keine Sorgen machen, dass nur noch unbeliebte Plätze übrig sind.

Am 31. Juli gab es nach Zahlen der Bundesarbeitsagentur noch 163.000 unbesetzte Ausbildungsplätze, dem gegenüber standen 155 000 unversorgte Bewerber. Besonders viele freie Plätze gibt es in Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Hamburg, sagt Ebsen.

(dpa)
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