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Berlin: Niemand muss, jeder darf: Weihnachtsfeier keine Pflichtveranstaltung

Berlin : Niemand muss, jeder darf: Weihnachtsfeier keine Pflichtveranstaltung

An der Weihnachtsfeier im Betrieb scheiden sich die Geister: Die einen freuen sich darauf, die anderen würden gern verzichten. Fest steht jedoch, dass die Weihnachtsfeier weder für die Mitarbeiter noch für den Chef eine Pflichtveranstaltung ist - zumindest juristisch betrachtet.

Wer seine vorweihnachtliche Freude lieber nicht mit den Kollegen teilen will, kann einfach zu Hause bleiben. Das gilt auch dann, wenn Vorgesetzte das Erscheinen auf dem Fest mehr oder weniger ausdrücklich erwarten. Um den Schein zu wahren und nicht als unkollegial abqualifiziert zu werden, sollten sich Feierverweigerer eine gute Ausrede parat legen, arbeitsrechtliche Konsequenzen müssen sie nicht befürchten.

Findet die Feier allerdings während der Arbeitszeit statt, müssen sich die nicht mitfeiernden Beschäftigten am Arbeitsplatz einfinden. Ist dies nicht möglich, dürfen Mitarbeiter mit Zustimmung des Vorgesetzten nach Hause gehen, wie die Gewerkschaft Verdi im Internet erläutert. Einen Urlaubstag beziehungsweise Überstunden auf dem Zeitkonto müssen sie nach Gewerkschaftsangaben nicht opfern.

Private Feier kann Nachteile haben

Ebenso freiwillig wie die Teilnahme ist aber auch die Ausrichtung einer Weihnachtsfeier. Unternehmen müssen weder eine Feier finanzieren noch ihre Angestellten für das Fest freistellen.

Natürlich können Arbeitnehmer auch ohne Vorgesetzte feiern, allerdings wird dann aus dem Betriebsfest eine rein private Veranstaltung. Das muss zwar der Stimmung nicht unbedingt schaden, kann aber andere Nachteile haben: Verletzt sich ein Arbeitnehmer während oder auf der Rückfahrt von der privaten Feier, kommt die gesetzliche Unfallversicherung nicht für die Folgen auf. Das gilt übrigens auch dann, wenn zur Weihnachtsfeier nicht alle Kollegen im Betrieb oder der Abteilung eingeladen waren.

Ist der Chef zwar eingeladen, kann aber unvorhergesehen doch nicht mitfeiern, bleibt die Feier ein Betriebsfest. Grundsätzlich keinen Versicherungsschutz haben Familienangehörige und mitfeiernde Gäste.

(dapd)