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Berlin: „Nicht schlecht” ist zu wenig: So loben Chefs richtig

Berlin : „Nicht schlecht” ist zu wenig: So loben Chefs richtig

Das Projekt war ein voller Erfolg. Dafür hat der Mitarbeiter auch eine Menge Überstunden geschoben. Und was sagt der Chef? „Nicht schlecht.” So etwas sorgt dafür, dass der Mitarbeiter am Ende völlig frustriert ist. „Dabei ist es gar nicht so schwer, richtig zu loben”, sagte Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat. Vorausgesetzt, Führungskräfte beachten ein paar Tipps.

- Der richtige Ton: Es muss nicht gleich ein „fantastisch” oder „phänomenal” sein. Im Gegenteil: Die meisten Mitarbeiter werden wohl eher misstrauisch, wenn der Chef so gut aufgelegt ist. „Viele denken da gleich, das dicke Ende kommt noch, und ich bekomme eine Zusatzaufgabe”, erklärte Jarosch. Doch ein nebenbei gebrummeltes „nicht schlecht” sei eben auch nicht genug, wenn ein Projekt besonders gut gelaufen ist. Das sei ein Pseudolob nach dem Motto „nicht gemeckert ist genug gelobt” und frustriere Mitarbeiter eher. Am besten komme es an, wenn Chefs zu ihren Angestellten schlicht sagen: „Das haben Sie gut gemacht.”

- Sofort loben: Zwar gilt auch bei Lob der Grundsatz „besser spät als nie”. Trotzdem: Führungskräfte sollten damit nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten. „Machen Sie das Kompliment sofort in der Situation”, empfahl Jarosch. Das sei spontan und ehrlich und komme bei den Mitarbeitern gut an. Es ist auch authentischer, als wenn dem Chef erst Monate später einfällt, dass ein Projekt gut gelaufen ist.

- Nicht vor anderen loben: Vor lauter Spontanität sollten Chefs den Mitarbeiter aber nicht gleich vor versammelter Mannschaft loben. Sonst fühlten sich andere Kollegen schnell zurückgesetzt, erklärte Jarosch. Besser sei es, den Mitarbeiter kurz zur Seite zu nehmen und unter vier Augen zu loben.

- Genau sein: Ein gutes Lob ist nie pauschal. Es stellt vielmehr auf einzelne Aspekte in der Arbeit des Mitarbeiters ab. Statt im Jahresendgespräch zu sagen „Ich bin mir Ihrer Arbeit zufrieden”, sollten Vorgesetzte lieber sagen „Als im November der Konflikt mit Kunde X eskalierte, hat mich beeindruckt, wie Sie das gelöst haben”. So ein konkretes Lob freue Mitarbeiter, erläuterte Jarosch. Denn es zeigt, dass der Vorgesetzte ihre Arbeit tatsächlich wahrgenommen hat. Letztendlich sei ein gutes Lob nicht schwer. „Man muss es nur einfach auch machen.”