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Möglichkeiten nach dem Schulabschluss im Überblick

Letztes Schuljahr und dann? : Möglichkeiten nach dem Schulabschluss im Überblick

In Kürze beginnt für viele Jugendliche das letzte Schuljahr, verbunden mit der Frage, wie es nach dem Schulabschluss weitergeht. Soll es eine Ausbildung oder ein Studium sein, oder möchte man erst einmal eine Auszeit nehmen und etwas anderes machen? Und welche Rolle spielt dabei der Schulabschluss?

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, die junge Leute nach der Schule haben.

Kein Schulabschluss: Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss

Gut zu wissen: Grundsätzlich ist für eine Ausbildung kein Schulabschluss vorgeschrieben. Jugendliche, die ihre Schulzeit ohne Abschluss beenden, sollten also ruhig den Mut aufbringen und sich auch ohne Schulabschluss bewerben. Gute Chancen gibt es im Handwerk, als Verkäufer und in zweijährigen Ausbildungsberufen. Eine Alternative zu Bewerbungen auf konkrete Ausbildungsplätze sind Initiativbewerbungen, z. B. bei Betrieben, wo der Jugendliche schon ein Schülerpraktikum, eine Ferienarbeit oder Ähnliches gemacht hat. Weitere Möglichkeiten sind eine Einstiegsqualifizierung, eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB), ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ). Unter bestimmten Voraussetzungen kann man mit solch einer Maßnahme sogar seinen Hautschulabschluss nachholen.

Hauptschulabschluss: Möglichkeiten für Hauptschülerinnen und -schüler

Fachkräfte fehlen, Lehrstellen bleiben unbesetzt - vor diesem Hintergrund hat in Ausbildungsbetrieben bereits ein Umdenken begonnen: Statt auf Schulabschlüsse und Noten zu schauen, zählen für die Personaler das Interesse am Ausbildungsberuf und die persönliche Motivation der Bewerber. Von diesem Wandel bei den Auswahlkriterien profitieren ausbildungsinteressierte Hauptschüler. Ein weiterer Vorteil: An Hauptschulen wird großer Wert auf praktische Erfahrungen gelegt, beispielsweise in Form von Werkstatttagen und Betriebspraktika, was wiederum positiv bei den Personalern ankommt. Besonders gute Aussichten auf einen Ausbildungsplatz haben Hauptschüler im Handwerk, Bauwesen, Handel, in technischen Berufen sowie in der Hotel- und Gastronomiebranche.

Wer keinen Ausbildungsplatz findet, kann an einer der bereits vorgestellten Maßnahmen zur Berufsvorbereitung teilnehmen, ein Praktikum machen oder einen Freiwilligendienst wie FSJ oder FÖJ ableisten. Tipp: Auch in Sozial- und Pflegeberufen haben Hauptschüler gute Chancen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist dafür eine gute Grundlage.

Wer gerne lernt, kann natürlich auch weiter zur Schule gehen und seinen qualifizierten Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife machen und sich damit noch mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt eröffnen.

Mittlerer Schulabschluss: Möglichkeiten für Realschülerinnen und -schüler

Schulabgänger mit Realschulabschluss haben sehr viele Möglichkeiten, ihre berufliche Laufbahn zu gestalten: Sie können eine schulische oder duale Ausbildung beginnen, ein Praktikum machen oder einen Freiwilligendienst ableisten. Bei den Möglichkeiten für ein Gap Year gibt es allerdings eine Einschränkung: Wer ins Ausland möchte, z. B. als Au-Pair oder für ein Work-and-Travel-Jahr, wird es eher schwer haben, denn die Programme richten sich in der Regel an volljährige Teilnehmer. Das Nachholen der Fachhochschul- oder Hochschulreife ist eine weitere Möglichkeit für Realschüler.

Fachhochschulreife, fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife: Möglichkeiten für Abiturienten

Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife und allgemeine Hochschulreife sind Voraussetzung für ein Studium, mit folgenden Unterschieden: Wie der Name schon sagt, berechtiget die Fachhochschulreife zu einem Studium an einer Fachhochschule (FH). Der Abschluss besteht übrigens aus einem schulischen und einem berufsbezogenen Teil, d. h. die Schülerinnen und Schüler müssen nicht nur die 12. Klasse abschließen, sondern auch ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum oder eine Berufsausbildung machen.

Die fachgebundene Hochschulreife berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule oder Universität. Besonderheit: An der FH kann man das Studienfach frei wählen, an der Uni nur bestimmte Fächer bzw. Fachrichtungen. Diese stehen auf dem Schulzeugnis, wie beispielsweise Agrarwirtschaft, Wirtschaft, Sozialwesen, Technik oder Gestaltung. Anhand von Zuordnungslisten prüft die Hochschule bei der Bewerbung um einen Studienplatz dann, ob die Fachrichtung und das angestrebte Studienfach zusammenpassen.

Die allgemeine Hochschulreife, oder auch Abitur, ist der höchste Schulabschluss, den Schülerinnen und Schüler in Deutschland erwerben können. Wer studieren möchte, hat bei Studiengang und Hochschule die freie Wahl, allerdings kann es je nach Hochschule und/oder Studiengang Zulassungsbeschränkungen geben.

Junge Erwachsene, die eine Studienberechtigung haben, gleichzeitig aber den praktischen Bezug suchen, finden in dualen Studiengängen sowie in Abiturientenprogrammen gute Alternativen. Mit der Volljährigkeit ergeben sich weiterhin viele Möglichkeiten, ein Auslandsjahr zu gestalten.

Fazit

Mit schulischen und betrieblichen Ausbildungen, dualen Studienangeboten und klassischen Studiengängen stehen Schulabgängern viele Türen offen. Bei Entscheidungsschwierigkeiten stellt ein Orientierungsjahr eine gute Alternative dar. Anhand der gemachten Erfahrungen während eines Praktikums, Freiwilligendienstes oder Auslandsaufenthalts kann man seinen Berufswunsch festigen oder auch überdenken. In jedem Fall prägt ein Gap Year die berufliche und persönliche Entwicklung, was einem beim späteren Berufseinstieg zugutekommt. Auch müssen sich Ausbildung und Studium nicht gegenseitig ausschließen. Wer sich zunächst für eine Ausbildung entscheidet, kann später immer noch studieren; in vielen Fällen ist dies auch berufsbegleitend möglich. Eine weitere Möglichkeit nach der Ausbildung, mit der man sich weitere Karrierechancen eröffnen kann, ist eine Aufstiegsfortbildung, beispielsweise zum Meister, Techniker, Fachwirt, Betriebswirt oder Gestalter. Wer mehr dazu wissen möchte, findet unter aubi-plus.de/weiterbildung/ weitere Informationen.

(vo)