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Mit gebrauchten Arbeitsmitteln Geld sparen und die Umwelt schonen

Aus zweiter Hand : Mit gebrauchten Arbeitsmitteln Geld sparen und die Umwelt schonen

Sowohl Gründer als auch etablierte Unternehmen fragen sich immer wieder, welche Arbeitsmittel und Maschinen die richtigen sind. Oft sind diese Anschaffungen teuer und wollen dementsprechend gut überlegt sein. Wird am falschen Ende gespart, belastet das die Firmenkasse oft doppelt.

Auf der anderen Seite ist es nicht nötig, alle Geräte immer neu anzuschaffen. Viele Arbeitsmittel und Maschinen sind auch gebraucht gut zu kaufen. Worauf Unternehmen hier achten müssen, erklärt dieser Artikel.

Maschinen und Arbeitsmittel sind eine teure Investition

Eigenkapital ist für fast jede Unternehmensgründung nötig. Davon tätigen Unternehmerinnen und Unternehmer wichtige Erstanschaffungen. Auch im weiteren Verlauf des Unternehmertums müssen immer wieder neue Arbeitsmittel, Maschinen und Geräte eingekauft werden. Natürlich können Gewerbetreibende und Freiberufler ihre Arbeitsmittel von der Steuer absetzen. Aber die Ausgaben bleiben. Dabei können sich die Kosten schnell aufsummieren und so verschlingen Arbeitsmaterialien nicht selten mehrere Tausend Euro.

Ohne Maschinen und Co. geht es aber auch nicht: Viele Dinge sind essentiell, um das Unternehmen erfolgreich führen zu können. Deshalb nutzen immer mehr Unternehmen die Möglichkeit, Arbeitsmittel gebraucht zu kaufen. Vor allem im Zeitraum der Gründung, für erste Anschaffungen, ist dies eine günstige Alternative zu klassischen Maschinen.

Online oder analog nach gebrauchten Wirtschaftsgütern suchen

Wer auf der Suche nach gebrauchten Arbeitsmitteln ist, wird heute vor allem online fündig. Nicht selten stammen die gebrauchten Güter aus Firmenauflösungen oder Umzügen. Hier können Unternehmen für einen günstigen Preis gute Maschinen, Computer und anderes kaufen. Wichtig ist, sich im Vorfeld über den Zustand der Gegenstände zu informieren. Auch viele Online Plattformen richten sich mittlerweile an Gewerbetreibende und Freiberufler und bieten gebrauchte Arbeitsmittel und Materialien an. Die Abwicklung ist hier professionell und schnell, sodass die neuen Wirtschaftsgüter schon bald im eigenen Büro oder Lager stehen.

Auktionen erleichtern die Suche nach Maschinen

Eine weitere Möglichkeit sind Ausschreibungen und Auktionen. Viele Unternehmen, vor allem aus dem Baugewerbe, kennen dies von Aufträgen: Die öffentlichen Anbieter in den EU-Ländern sind dazu verpflichtet, Aufträge EU-weit auszuschreiben und das wirtschaftlichste Angebot auszuwählen.

So ähnlich ist es auch mit Einkäufen möglich. Dazu gibt es verschiedene Plattformen, die es ermöglichen, bei Online-Auktionen Maschinen, Fahrzeuge und Arbeitsmittel zu ersteigern. Die dort verfügbaren Geräte, Maschinen und Fahrzeuge sind natürlich noch gut in Schuss und voll funktionsfähig. Dabei gibt es keine Mindestgebote, sodass es sein kann, dass einzelne Maschinen zu überraschend günstigen Preisen versteigert werden. Das Prinzip ist dabei ähnlich wie bei großen Online-Auktionshäusern für Privatpersonen: Über einen gewissen Zeitraum können potentielle Käufer ihre Gebote platzieren und am Auktionstag bekommt der oder die Höchstbietende den Zuschlag.

Wichtig zu wissen ist hier, dass es sich in aller Regel um Einzelstücke handelt. Wer also ein ganz bestimmtes Modell sucht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dies nur einmal verfügbar ist und möglicherweise ein anderer Bieter den Zuschlag bekommt. Dabei ist immer klar ersichtlich, wann die jeweilige Auktion endet, sodass es möglich ist, auch kurzfristig noch mitzubieten.

Natürlich ist es als Unternehmen ebenfalls möglich, seine gebrauchten Maschinen und Geräte online zu versteigern. Die Online-Plattformen helfen dann bei der Abwicklung, sodass der Verkäufer das Gerät nur noch fotografieren und später zur Abholung bereitstellen muss.

Die rechtliche Situation für Unternehmen

Rechtlich gesehen ist es kein Problem, gebrauchte Maschinen, Geräte, Fahrzeuge und andere Arbeitsmittel zu nutzen. Grundsätzlich ist es auch möglich, gebraucht gekaufte Arbeitsmittel von der Steuer abzusetzen. Hierbei müssen Unternehmen lediglich beachten, dass jedes Wirtschaftsgut eine andere vorgesehen Nutzungsdauer hat. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht dazu die sogenannten AfA-Tabellen, die für jedes Wirtschaftsgut, bewegt und unbewegt, die Nutzungsdauer in Jahren angibt. Der Nettopreis ist dann durch die Anzahl der Jahre zu teilen. Jedes Jahr kann also ein Anteil an den Kosten abgeschrieben werden. Eine Ausnahme bilden hier die geringwertigen Wirtschaftsgüter, kurz GWG. Gegenstände, die maximal 800 Euro gekostet haben, dürfen Unternehmen im Anschaffungsjahr komplett von der Steuer absetzen.

Bei gebraucht gekauften Wirtschaftsgütern richtet sich die Abschreibung nach der Restnutzungsdauer. Bei gut erhaltenen Dingen kann diese ganz einfach errechnet werden: Die Nutzungsdauer abzüglich der bereits genutzten Zeit ergibt die Restnutzungsdauer. Bei schlechter erhaltenen Gegenständen kann es sich lohnen, einen Gutachter einzuschalten, der die Restnutzungsdauer schätzt. Der gezahlte Preis wird dann wiederum auf die Restjahre aufgeteilt. Dabei ist es übrigens unerheblich, was das Arbeitsmittel neu gekostet hat. Ausschlaggebend ist nur der aktuell gezahlte Preis.

Sind gebrauchte Arbeitsmittel schlechter als neue?

Nun stellt sich für Unternehmen natürlich die Frage, ob es wirtschaftlich gesehen überhaupt Sinn ergibt, gebrauchte Wirtschaftsgüter zu kaufen. Grundsätzlich sind gebrauchte Maschinen nicht schlechter als neue. Auch Privatleute setzen immer wieder auf gebrauchte Gegenstände. Oft ergibt sich sogar ein Vorteil aus dem Alter der Gegenstände: So sind viele Landwirte begeistert von Oldtimer-Traktoren, weil sie ohne Schnickschnack und überflüssige Technik auskommen. Das macht sie weniger anfällig für technische Fehler und Störungen und so wesentlich zuverlässiger. Das lässt sich auf viele andere Arbeitsmittel übertragen.

Computer und Co. gebraucht kaufen - aber richtig!

Auch im technischen Bereich sind gebrauchte Güter oft genauso gut wie neue. Hier schaff en Unternehmen häufig neue Computer, Laptops und Zubehör an, weil die alten nicht mehr den persönlichen Ansprüchen entsprechen oder bestimmte Software nicht mehr unterstützt wird. Das macht die Geräte nicht schlechter. Wichtig ist hier, darauf zu achten, dass wirklich alle alten Unternehmensdaten gelöscht sind. Am sinnvollsten ist es, den neuen Firmenlaptop oder Firmencomputer einmal zu formatieren, um auch die letzten verstecken Daten zu löschen. So gehen Käufer auf Nummer sicher.

Gebrauchte Wirtschaftsgüter schonen die Umwelt

Grundsätzlich kann es sich aus wirtschaftlicher Sicht für jedes Unternehmen lohnen, nach gebrauchten Arbeitsmitteln Ausschau zu halten. Sie sind oft neuwertig und stellen eine weniger hohe finanzielle Belastung als Neuanschaffungen dar. Der Preis ist dabei oft mehr als 50 Prozent unter dem Neupreis. Nicht nur Gründerinnen und Gründer profitieren von diesen Konditionen. Die meisten Gewerbetreibenden und Freiberufler haben den Wunsch, dass ihre Firmenkasse nicht unnötig strapaziert wird. Mit gebrauchten Wirtschaftsgütern ist dies kein Problem. Für die Umwelt ist es außerdem gut, wenn weniger neue Maschinen und Co. gebaut und gekauft werden. Unternehmen, die umweltbewusst agieren, setzen schon jetzt darauf, Wirtschaftsgüter während ihrer kompletten Lebensdauer zu nutzen und so nicht unnötig Müll zu produzieren. Das ist für Unternehmen verhältnismäßig wenig Aufwand und hat trotzdem einen großen Effekt.

(vo)