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Köln: Kundengeschenke erst nach Rücksprache mit Chef annehmen

Köln : Kundengeschenke erst nach Rücksprache mit Chef annehmen

Arbeitnehmer sollten es sich zweimal überlegen, bevor sie Weihnachtsgeschenke von Kunden annehmen. „Die Gefahr ist immer, dass der Verdacht entsteht, das Mitarbeiter korrupt oder bestechlich sind”, sagt Nathalie Oberthür. Sie ist Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln.

Sie rät deshalb, in jedem Fall den Chef anzusprechen, bevor Arbeitnehmer selbst kleinere Geschenke wie Pralinen mit nach Hause nehmen. In vielen Firmen gebe es auch Betriebsvereinbarungen, wie mit Weihnachtsgeschenken von Kunden zu verfahren ist. Möglicherweise ist der Gang zum Chef nicht nötig und es reicht, in diese Leitlinien hineinzuschauen.

Gilt es in der Firma der Grundsatz, dass Geschenke grundsätzlich nicht angenommen werden dürfen, sollten Beschäftigte sich auch daran halten. Selbst wenn Mitarbeiter dann nur eine Tafel Schokolade für wenige Euro einstecken, droht sonst im schlimmsten Fall eine Abmahnung, sagt Oberthür. Gibt es eine entsprechende Regel nicht, sei die Annahme einer Tafel Schokolade meist kein Problem - der Wert sei so gering, dass eine Bestechung des Arbeitnehmers eher fernliegt.

Dennoch: Spätestens bei einer Flasche Champagner sei eine Grenze überschritten - und Mitarbeiter sollten sich beim Chef erkundigen, ob sie diese wirklich mitnehmen dürfen.

(dpa)