1. Leben
  2. Bildung und Beruf

Berlin: Keine Diskriminierung: Kirche darf konfessionslosen Bewerber ablehnen

Berlin : Keine Diskriminierung: Kirche darf konfessionslosen Bewerber ablehnen

Erhält ein Bewerber ohne Konfession von der Kirche eine Absage, muss das keine Diskriminierung sein. Die Kirche darf etwa bei einer Referentenstelle erwarten, dass der Jobsuchende Mitglied in einer Glaubensgemeinschaft ist.

Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich dabei auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (Az.: 4 Sa 157/14 und 4 Sa 238/14).

In dem verhandelten Fall hatte ein Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Referentenstelle ausgeschrieben. Bewerber sollten Mitglied in einer Kirche sein und sich mit dem diakonischen Auftrag identifizieren. Eine konfessionslose Frau bewarb sich auf die Stelle. Als sie keinen Erfolg hatte, klagte sie und forderte eine Entschädigung wegen einer Benachteiligung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Ohne Erfolg. Das EKD-Werk dürfe die Mitgliedschaft in einer Kirche fordern, entschied das Landesarbeitsgericht. Ob die Bewerberin im Übrigen das Anforderungsprofil der Ausschreibung erfülle, sei nicht entscheidend. Das verfassungsrechtliche Selbstbestimmungsrecht der Kirchen erlaube ihnen, für bestimmte Posten Mitarbeiter ohne Konfession abzulehnen. Das Arbeitsgericht in erster Instanz hatte das anders gesehen und der Frau eine Entschädigung zugesprochen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ist der Fall zur Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen.

(dpa)