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Berlin: Junge Migranten sind bei der Ausbildungsplatzsuche benachteiligt

Berlin : Junge Migranten sind bei der Ausbildungsplatzsuche benachteiligt

Mit einem ausländischen Namen haben Jugendliche bei der Ausbildungsplatzsuche schlechtere Karten als Gleichaltrige mit einem deutschem. Das gilt auch, wenn sie gleiche Voraussetzungen wie den identischen Notenschnitt haben.

Das zeigt eine Studie bei knapp 1800 Ausbildungstrieben, die der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) gemacht hat. Dem Rat gehören unter anderem die Bertelsmann Stiftung sowie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft an.

Für den Test wurden jeweils zwei Bewerbungen von männlichen Schülern mit deutscher Staatsangehörigkeit verschickt. Im Mittelpunkt standen die Berufe Kfz-Mechatroniker oder Bürokaufmann. Die beiden Bewerber hatten die gleichen Qualifikationen, mit dem Unterschied, dass einer einen türkischen und der andere einen deutschen Namen hatte. Auf rund 70 Prozent aller Bewerbungen gab es eine Rückmeldung. Sie waren jedoch ungleich verteilt: Die Bewerber mit einem deutschen Namen erhielten insgesamt deutlich häufiger eine Antwort als diejenigen mit einem türkischen Namen.

Um zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, muss ein Kandidat mit einem deutschen Namen im Schnitt fünf Bewerbungen schreiben, ein Mitbewerber mit einem türkischen Namen sieben. Im Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker muss ein Bewerber mit türkischem Namen etwa 1,5-mal so viele Bewerbungen schreiben wie ein Konkurrent mit deutschem Namen, bis er zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Geht es um eine Ausbildung zum Bürokaufmann, muss er sich 1,3-mal so oft bewerben.

Die Gründe für die Benachteiligung sind vielfältig: Oft bevorzugen Personaler unbewusst die eigene Bezugsgruppe oder befürchten, dass ein Auszubildender mit ausländischem Namen von Kunden oder in der Belegschaft nicht akzeptiert wird.

(dpa)