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Gründung und Finanzierung von Unternehmen

Berlin : Gründung und Finanzierung von Unternehmen

Wer sein eigener Chef werden will, sollte vor der Firmengründung viele Dinge beachten. Damit ein Startup zum Erfolg wird, brauchen Jungunternehmer nicht nur eine gute Geschäftsidee, sondern vor allem Expertise, Initiative und Durchhaltevermögen.

Firmenkonzept planen

Ob Geschäft, Werkstatt, Restaurant oder Büro — am Anfang jedes Unternehmens steht eine Idee. Als Existenzgründer sollten Sie sich dabei auf Ihre eigenen Stärken und Interessen konzentrieren und am besten bereits berufliche Erfahrung in der gewünschten Branche besitzen.

Formulieren Sie Ihre Idee zu einem konkreten Geschäftsmodell, das sich idealerweise mit einem Alleinstellungsmerkmal von der Konkurrenz abhebt. Dazu braucht Ihr künftiges Unternehmen ebenfalls einen markanten Namen. Informieren Sie sich vor der Firmengründung unbedingt, welche Rechtsform für Ihr Startup angemessen ist und ob Sie weitere Genehmigungen benötigen, zum Beispiel vom Gesundheitsamt oder der Handelskammer.

Vor allem aber sollten Sie nichts überstürzen: Im Schnitt planen Jungunternehmer fünf bis sieben Monate, ehe sie sich zu einer Firmengründung entschließen. Auch ein sanfter Einstieg in die Unabhängigkeit ist möglich, indem Sie zunächst nebenberuflich ein eigenes Unternehmen gründen.

Businessplan erstellen

Wenn das Geschäftsmodell steht, ist ein aussagekräftiger Businessplan zur Unternehmensgründung unverzichtbar. Dieses Dokument dient nicht nur der eigenen Übersicht, sondern ist auch wichtig für Finanzierungsgespräche mit Banken und Investoren.

Üblicherweise besteht ein Businessplan aus zwei Teilen. In der Einführung stellen Sie Ihr geplantes Firmenkonzept vor und erläutern unter anderem, welche Produkte oder Dienstleistungen Sie anbieten, an welchen Markt sich Ihr Unternehmen richtet und welche Firmenziele Sie erreichen wollen.

Der zweite Teil besteht aus einem ausführlichen Finanzplan, in dem Sie die anfallenden Kosten und das erforderliche Kapital auflisten. Dazu gehören unter anderem Personal- und Materialkosten, Mieten und Kontoführung, Versicherungen sowie Marketing. Lassen Sie sich bei der Erstellung Ihres Businessplans am besten von einem Finanzplaner beraten.

Startkapital erhalten

Um den Traum vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen, benötigen die meisten Existenzgründer ein Darlehen. Erste Anlaufstelle und oftmals gleichzeitig größte Hürde ist die Bank. Aufgrund des hohen Verlustrisikos werden nur wenige Kredite für Startups bewilligt, gute Vorbereitung und ein überzeugendes Konzept sind daher essentiell.

Sogenannte Mikrokredite bis zu 25.000 Euro werden deutlich häufiger vergeben, sind aber dafür mit hohen Zinsen belastet. Darüber hinaus gibt es in jedem Bundesland staatliche Förderprogramme für Jungunternehmer durch die KfW. Auch die IHK greift Existenzgründern unter die Arme. Eine weitere Möglichkeit, um an Startkapital zu kommen, sind private Investoren — zum Beispiel via Crowdfunding.

Unternehmen etablieren

Im letzten Schritt der Unternehmungsgründung sollten Sie sich um alle Formalitäten kümmern. Dazu gehören zum Beispiel die Einrichtung eines Geschäftskontos, die Anmeldung beim Finanzamt und die Einrichtung einer Internetseite. Gerade in den ersten Monaten müssen Sie mit hohem Arbeitsaufwand bei geringem Profit rechnen und sollten sich davon nicht entmutigen lassen

. Nehmen Sie auch nach der Firmengründung professionelles Coaching in Anspruch — diese Beratung wird oftmals ebenfalls finanziell gefördert — und passen Sie Ihr Verkaufsmodell nach Bedarf an, um neue Kunden zu gewinnen und Ihren Markt zu erweitern.

(rd)