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Berlin: Frust über den Chef posten: Wann es für Arbeitnehmer Ärger gibt

Berlin : Frust über den Chef posten: Wann es für Arbeitnehmer Ärger gibt

Ärger mit dem Chef: Mancher Arbeitnehmer schreibt sich dann den Frust von der Seele und stellt das Ganze ins Internet. Im Zweifelsfall handelt er sich mit dem öffentlichen Luftmachen aber eine Abmahnung ein - im schlimmsten Fall sogar eine Kündigung.

„Problematisch wird es bei Schmähkritik, die keinen sachlichen Bezug hat”, sagt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wer also Dinge schreibt wie „Herr X kann nicht bis drei zählen” oder Nazivergleiche anstellt, muss mit Konsequenzen rechnen. Entscheidend ist hierbei aber immer, ob auch Dritte die herabgesetzte Person erkennen können. Beschäftige sollten es daher auf alle Fälle vermeiden, ihren Ärger zu personifizieren.

Anders sieht es bei polemischen Äußerungen aus, die einen sachlichen Bezug haben. Sie fallen unter das Recht der Meinungsfreiheit. Wer also auf Facebook über seinen Chef postet „Der hat mir mein Gehalt nicht gezahlt, der Geizhals”, macht sich im rechtlichen Sinne nicht schuldig.

Merken Beschäftigte, dass ihnen beispielsweise im Chat mit einem Freund oder Kollegen einige harsche Formulierungen herausgerutscht sind, sollten sie das so schnell wie möglich zurücknehmen. „Am besten schriftlich”, rät Meier. So lasse sich der Schaden vielleicht noch begrenzen, bevor das Ganze auf einen großen Verteiler gerät.

(dpa)