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Fremdsprachen lernen – diese Tipps helfen Ihnen weiter

Diese Tipps helfen weiter : Fremdsprachen lernen

Fremdsprachen? Bei manchem weckt das Erinnerungen an den Schulunterricht, und nicht immer die besten. Doch man muss kein Genie sein, um eine fremde Sprache brauchbar anwenden zu können.

Motivation und der Mut zum Fehlermachen seien das Wichtigste, findet Daniela Schmidt, die selbst sechs Sprachen spricht.

Motivation ist der Motor

Sprachen lernen ist kein Selbstzweck. Eine Sprache ermöglicht die Kommunikation mit Menschen – und nichts motiviert so sehr wie die Aussicht darauf, diese bald anwenden zu können. Das kann eine Urlaubsreise sein, ein beruflicher Aufenthalt im Ausland oder ein Treffen mit Angehörigen eines ausländischen Partners. Daniela Schmidt: „Ich kenne eine Dokumentarfilmerin, die extra für ein Projekt in Schweden Schwedisch gelernt hat. Dies war ihr extrem nützlich und wurde sehr gut aufgenommen. Für mich persönlich waren anstehende Reisen meist der Anlass, mit einer neuen Sprache zu beginnen oder alte Kenntnisse aufzufrischen.“

Die richtige Lernform finden

Von außen wirkt eine fremde Sprache zunächst wie ein Dschungel. Will man mehr lernen als ein paar Phrasen für den Urlaub, benötigt man ein Navi, alternativ einen menschlichen Guide, der einen hineinführt und hilft, die Strukturen zu erkennen. Es gibt Systeme zum Selbstunterricht, Volkshochschulkurse und auch Plattformen, die Online-Sprachtrainings mit dedizierten Tutoren anbieten.

Selbstunterricht funktioniert anfangs meist ganz gut, doch die Gefahr ist, dass man bei den ersten Hürden aussteigt. Ein Kurs oder der vereinbarte Termin mit einem Lehrer hilft, diese zu überwinden und dabei zu bleiben.

Jeder Input hilft

Auch wenn es zur geplanten Auslandsreise noch ein bisschen dauert, kann man sich die Sprache ins Haus holen: Man kann Lieder hören oder Filme ansehen (notfalls eben mit Untertiteln). So bekommt man den Klang ins Ohr, verbessert das Hörverständnis, erweitert möglicherweise den Wortschatz intuitiv und hat auch noch Spaß dabei. Hat man ein gewisses Niveau erreicht, lohnt sich der Blick auf ausländische Radio- und Fernsehsendungen über das Internet.

Auch das Abonnieren fremdsprachiger Social-Media-Kanäle kann das Lernen unterstützen. Gerade bei Sprachen mit anderer Schrift, beispielsweise Russisch, ist es hilfreich, diese so oft wie möglich vor Augen zu haben und lesen zu üben.

Mut zu Fehlern

Die Kunst ist, die Sprache selbst anzuwenden. Und hier gilt: „Viel hilft viel“. Vom Selbstgespräch zur Diskussion mit dem Lehrer bis zum ersten Kontakt mit den Einheimischen am Urlaubsort. Daniela Schmidt: „Mich kostet es immer etwas Überwindung, eine neue Sprache zum ersten Mal im Land anzuwenden. Aber die Reaktionen sind immer positiv. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Gespräch, wo auch immer sie sich bietet – auch wenn des „R“ vielleicht noch nicht perfekt sitzt. Selbstverständlich werden Sie Fehler machen: Falsche Artikel, falsche Präpositionen, suboptimale Aussprache – die Möglichkeiten sind unendlich. Hören Sie zu, wie die Leute sprechen und schlagen Sie notfalls nach, um langsam besser zu werden.“

Eine Fremdsprache zu lernen ist wie in ein unbekanntes Haus ziehen: Je besser man wird, desto mehr Räume erschließen sich, desto tiefer wird das Verständnis für das Land und die Kultur, desto mehr Möglichkeiten hat man, sich darin zu bewegen. Es ist schwer, perfekt zu werden, aber es ist durchaus möglich, auf ein brauchbares Niveau zu kommen. Und es lohnt sich immer, eine Fremdsprache zu lernen.