Freelancer? Vorteile und Nachteile des freien Arbeitens

Selbständigkeit hat auch Kehrseiten : Freelancer? Vorteile und Nachteile des „freien Arbeitens“

Als Freelancer, Freiberufler oder Selbstständiger hat man viele Vorteile, was die Arbeitszeit und den Arbeitsort betrifft. Aber ebenso gibt es auch einige Nachteile, die sich um den Lohn, die Steuer und weitere Punkte drehen.

Der schöne Schein vom Leben auf dem Malediven und Arbeiten, wo und wann man will, klappt natürlich nicht in jeder Berufsgruppe. Aber gerade diese Bilder ploppen einen in den Kopf, wenn man an das Selbstständige denkt, als Freiberufler um die Welt zu reisen und nebenbei zu arbeiten, während einem die Sonne auf den Bauch scheint. Aber was sind wirklich die Vorteile und Nachteile des Freelancers?

Freiberufler, Selbstständiger oder Unternehmer?

Zuerst sollte mal geklärt werden, was man überhaupt für eine „Selbstständigkeit“ anstrebt. So ist von der Branche nicht nur der Begriff verschieden, sondern auch in puncto Steuern & Co. sind Unterschiede zu erkennen.

Freiberufler sind alle Personen, die in sogenannten „freien Berufen“ arbeiten. Dazu gehören Ärzte, Rechtsanwälte, aber auch Texter oder Maler. Wobei in der deutschen Bürokratie durchaus Fallstricke sind. So kann der Maler als freiberuflich gelten, wenn er seine Bilder über Dritte verkaufen lässt- werden die Bilder aber vom Maler selbst über das Internet verkauft, kann es sich schon um ein Gewerbe handeln. Hier ist das Finanzamt gefragt.

Zitat aus Einkommensteuergesetz (EStG) § 18, Absatz 1:

„Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe.“

Unternehmen sind alle Berufe, die eben nicht in die freiberufliche Sparte fallen. Gewerbetreibende sind zum Beispiel Gastronomie, Handel oder auch Produzierende Unternehmen. Man kann aber auch durchaus aus einem „Freien Beruf“ ein Unternehmen machen, um zum Beispiel flexibler agieren zu können.

Selbstständige können entsprechend Freiberufler oder Unternehmer sein - beide sind ja „selbst ständig“ und nicht angestellt.

Vorteile des Freiberufler-Daseins

Der Freiberufler ist die kreative Arbeit gewohnt und entsprechend kann er auch kreativ sein, wenn es um Arbeitsort und Arbeitszeit geht. Was natürlich nicht immer Vorteile mit sich bringt, wer hat schon Lust nachts um 2 Uhr noch einen Auftrag fertigzumachen. Die Vorteile beziehen sich vorwiegend auf freie Berufe, die nicht ortsgebunden sind.

Unabhängig von einem Ort

Zum einen können freiberufliche Kreative den Ort, an dem sie arbeiten, oftmals selbst wählen. Ob der Texter nun in einem Café, auf dem Balkon oder kurzfristig direkt im Büro von einem seiner Kunden arbeitet, ist relativ egal. Dasselbe gilt natürlich auch für das Arbeiten in anderen Städten oder anderen Ländern. Je nach Arbeitsfeld können die Aufträge auch in Bus und Bahn bearbeitet werden - kein Freiberufler wird Aufträge in einem Zug fertig machen und dem Kunden schicken - egal, ob online oder offline.

Unabhängig von Zeit

Je nach Arbeitspensum und verdientem Lohn können Freiberufler theoretisch bis mittags schlafen und dann ein paar Stunden arbeiten. Sie können früh um 8 Uhr anfangen und mittags bis abends eine Pause einlegen, um dann von 8-22 Uhr wieder zu arbeiten. Die Unabhängigkeit der Zeit ist aber wiederum abhängig von den Deadlines, dem Familienleben und der eigenen Gesundheit.

Die Selbstverwirklichung

Gerade bei kreativen Berufen können Freiberuflicher sich einer gewissen Selbstverwirklichung und Freiheit hingeben. Die Vielzahl an Kunden, die auf der ganzen Welt gefunden werden können (dank des Internets) ermöglichen dem Freiberufler auch sich selbst weiter zu entwickeln, sein Können zu vergrößern und doch sich selbst immer treu zu bleiben - was bei einem angestellten Verhältnis in nur einer Firma oftmals nicht der Fall ist.

Die Nachteile des Freiberufler-Seins

So wie jeder Beruf und Branche seine Nachteile hat, gibt es auch beim freien Beruf einiges, was die Sonnenseiten zu Nichte machen. Abhängig sind die Nachteile natürlich immer von der Branche. Die Nachteile beziehen sich vorwiegend auf freie Berufe, die nicht ortsgebunden sind.

Eigenverantwortlich für Sicherheit zuständig

Sicherheit hat seit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ganz neue Seiten bekommen. So sind auch von Freiberuflerseite Datensätze und Kundendaten zu schützen. Gerade wenn man im Internet arbeitet, gehören Viren und Trojaner zu einem großen Sicherheitsproblem. Das Arbeiten von Cafés oder Hotels mit WLAN ist zwar optimal, um Wartezeiten zu umgehen, aber birgt auch Gefahren. Sensible Daten müssen zusätzlich zum Beispiel mit VPN geschützt werden. Hier können VPN-Testversionen helfen, die richtige Lösung zu finden.

Die Sache mit der Steuer

Egal, ob Freiberufler oder Gewerbe - es muss (!) eine Steuererklärung gemacht werden. Als Angestellter kann man die Steuererklärung abgeben, als Selbstständiger muss man eine Steuererklärung abgeben. Dafür muss man als Freiberufler nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen für das Finanzamt. Neu ist auch, dass keine Belege mehr mitgesendet werden müssen, dafür die Steuererklärung online erfolgen muss. Elster gehört hier zu einem Must-have-Programm für Freiberufler und bei den Formularen wird der Unterschied zwischen Unternehmer und Freiberufler ersichtlich.

Abhängigkeit von Arbeitsmaterialien

Egal, ob es das Internet ist, das Blatt Papier oder der Computer - als freiberuflicher muss man auf seine Arbeitsmaterialien besonders Acht geben. Computer müssen auf dem neuesten Stand sein, das Internet muss immer vorhanden sein, Werkzeuge müssen gepflegt werden und vieles mehr, um ein lückenloses Kommunizieren mit Kunden und Anfertigen von Arbeiten zu gewährleisten.

(vo)